Warum uns Rituale gut tun

Heute ist es wieder so weit. Es ist Ostern. Und Ostern geht für viele Menschen mit vielen Traditionen oder auch Ritualen einher.

Es werden Osternester oder Ostereier versteckt. Dabei gibt es Schokoladen-oder Süßigkeiteneier genauso wie Hühnereier. Die Eier werden bemalt und traditionell vom Osterhasen versteckt. Der Osterhase ist dabei DAS Symbol aus dem Osterbrauchtum.

Quelle: danuta niemiec auf Pixabay 

Die Wohnung wird mit Osterdekoration geschmückt. Traditionell steht das Osterlamm auf dem Speiseplan und am Abend werden Osterfeuer angezündet. Und im Christentum wird die Auferstehung Jesus gefeiert.

An Ostern kommen wir also mit unseren Lieben zusammen und fühlen uns durch die Rituale miteinander verbunden. Die Osterrituale schaffen damit Freude und Gemeinschaft.

Rituale können Besonders oder Alltäglich sein

Rituale wie Ostern sind dabei gut für uns. Sie sind Anker in einer Welt, die nicht immer sicher erscheint. Rituale können dabei etwas Besonderes sein, etwa bestimmte Feste wie Weihnachten, Ostern, Geburtstage usw. Sie können aber ebenso alltäglich sein, indem sie als Ritual immer wieder in unserem Alltag vorkommen und eben falls ritualisiert werden. Ritualisiert bedeutet dabei, dass der Ablauf immer gleich oder zumindest sehr ähnlich ist und dabei etwas Feierliches beinhaltet. Das Ritual wird zudem regelmäßig wiederholt und der Kreis der Teilnehmer ist in der Regel klar definiert. Alltägliche Rituale können zum Beispiel der tägliche Spaziergang oder das Sonntagsessen sein. Oder vielleicht das Ritual, den Abend mit einem schönen Buch auf der Couch ausklingen zu lassen. Die Regelmäßigkeit ist dabei relativ, denn auch 1x im Monat oder 1x im Jahr kann ein regelmäßiger Zeitintervall sein.

Rituale verschaffen Struktur, Sicherheit und Verbundenheit

Rituale können uns dabei bei freudigen oder auch bei traurigen Ereignissen bereichern. Auch können uns Rituale helfen, stressige Situationen besser aushalten oder verarbeiten zu können. Sie helfen uns, uns zu strukturieren und können uns das Gefühl geben, mehr Kontrolle über bestimmte Situationen zu haben. Wenn wir Rituale zelebrieren, machen sie uns unsere eigenen Handlungsabläufe bewusster, was wiederum unseren Alltag erleichtert. Die geregelten Abläufe und Rituale können hierbei wie ein Anker fungieren, die uns Sicherheit und Stabilität geben. Letztendlich sind sie Ankerpunkte, an denen wir unser Leben ausrichten.

Aber Rituale schaffen auch Gemeinschaft. Im Ritual lernen wir, eine Gruppe zu bilden und sie zu stärken. Sie verbinden uns. Schon evolutionär waren Rituale ein Vorteil, denn diejenigen, die in einer Gruppe verbunden waren, hatten größere Überlebenschancen als Einzelgänger. Deshalb gibt es auch keine Kultur, die ohne Rituale auskommt. Von harmlosen bis hin zu kriegerischen Ritualen, über familiäre und staatliche. Sie alle haben gemein, dass sie Gemeinschaft stiften sollen.

Und das ist das, was wir brauchen. Rituale verbinden uns mit anderen und verschaffen uns damit das Gefühl der Sicherheit, nicht allein zu sein, sondern einer Gemeinschaft anzugehören.

Rituale sind wichtig für das Familienleben

Gemeinsame Rituale sind somit auch für das Familienleben wichtig. Dabei ist es nicht nur wichtig, die großen Feste miteinander zu feiern, sondern auch vorhersehbare Abläufe und Rituale in den Alltag zu integrieren. Denn die Rituale geben dem Alltag eine Struktur.

Schon kleine Kinder lieben es, immer wieder am Abend dieselben Geschichten zu hören. Auch gemeinsame Mahlzeiten geben dem Alltag Struktur und führen zu einer Verbindung, in dem wir uns am Esstisch austauschen.

Quelle: LUM3N auf Pixabay 

Rituale schaffen Familienidentität

Durch das gemeinsame ausüben der Rituale und Traditionen stellen wir Gemeinschaft her und es entwickelt sich eine Familienidentität. Sie sind das Besondere der Familie – das was sie neben der einzelnen Individuen zu etwas Besonderem macht. Der Einzelne wird sich im Ausleben der Rituale bewusst, dass er ein Teil von etwas ist. Und sie geben damit Antwort auf die Frage, wer wir sind.

Neben dem Besonderen ist es das Verlässliche, was uns glücklich macht. Wir können uns darauf verlassen, dass ein bestimmter Anlass immer wieder so abläuft. Und für Kinder ist diese Wiederholung und damit Verlässlichkeit besonders wichtig. Deshalb wollen sie immer wieder dieselben Geschichten hören und das gleiche Essen essen. In einer Welt, die nicht beständig ist, schon allein weil Kinder immer weiter wachsen und sich immer wieder alles verändert, ist die Beständigkeit etwas Beruhigendes.

Wir freuen uns dabei, wenn sich etwas wiederholt und wir uns damit auskennen. Wir haben dann das Gefühl, mit dieser Freude nicht allein zu sein. Es entsteht damit ein Gefühl von Heimat, Sicherheit und Gemütlichkeit. All das, was Familie ausmacht.

Die Ritualforscherin Barbara Fiese sagt zu Ritualen: „Das ist wer wir sind. Das ist richtig. Das ist das, worauf wir uns freuen und das was wir auch über Generationen hinweg tun werden.“

Auch in Freundschaften, dem Kindergarten und ähnlichem verbinden Rituale

Aber nicht nur in Familien, sondern auch in Freundschaften, dem Kindergarten, der Schule oder der Arbeit und anderen Gruppen, verbinden gemeinsame Rituale. Schon im Kindergarten gibt es Rituale wie den Stuhlkreis, das gemeinsame Frühstück und ähnliches.

Auch gibt es übergeordnete Rituale, die Einzelne betreffen, aber gleichzeitig viele umfassen. So ein Ritual stellen zum Beispiel die Liebesschlösser dar, die an vielen Brücken, zum Beispiel in Köln, an den Geländern der Brücke befestigt werden. Sie symbolisieren die ewige Liebe und Treue, in dem das Schloss für immer an der Brücke befestigt bleibt. Das Schloss kann symbolisch, wie die Liebe, nie wieder entfernt werden, da der Schlüssel gemeinsam ins Wasser geworfen wird und somit unerreichbar bleibt.

FAZIT

Rituale können also in vielen Lebensbereichen wertvoll sein. Es lohnt sich darüber nachzudenken, welche Rituale eine positive Auswirkung auf das eigene Leben und die Gemeinschaft mit anderen haben. Und sich bewusst Platz für diese Rituale zu schaffen. So kann es sinnvoll sein, gezielt zusätzliche Rituale zu schaffen, die einem selbst gut tun oder die Beziehungen zu anderen stärken.

Ich gehe nun mal mit meinem Liebsten Ostereier verstecken – und dann suchen. Das kann man nämlich auch als wundervolles Osterritual als Erwachsene zelebrieren. Wir haben immer super viel Spaß dabei, wenn der andere wie verrückt sucht und vor lauter Bäumen den Wald äh die Eier nicht sieht. Diese Ostertradition ist einmal aus einem Spaß heraus entstanden, aber inzwischen freuen wir uns jedes Jahr darauf – denn wir bewahren uns gerne das Kind in uns. Erwachsen sein muss man schließlich oft genug.

Was sind deine Lieblingsrituale oder -Traditionen? Gibt es ein oder mehrere Rituale, die du ausübst, damit es dir im Alltag besser geht? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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