Warum uns Disney Filme gut tun

Letztens hatte ich eine Phase, in der es mir gesundheitlich wieder viel schlechter ging. In solchen Phasen muss ich öfter das Bett hüten und schaue dann, wenn es überhaupt geht, sehr gerne Animations- bzw. Zeichentrickfilme, wie Filme von Disney, Pixar und ähnlichem.

Mir tut es gut, sie zu schauen und deshalb habe ich mir Gedanken darüber gemacht, warum das so ist.

Animationsfilme sind lustig

Animationsfilme versetzen uns in eine Welt voller Magie und Fantasie. Wir können uns in den Geschichten verlieren und unseren Alltag ausblenden.

Und ein Teil dessen, warum uns solche Filme gut tun können ist sicher der Humor, der in selbigen oft nicht zu kurz kommt. Insbesondere wenn es einem schlecht geht, tut es einfach gut Lachen zu können. Denn wie ich hier schon unter Punkt 4 dargelegt habe, ist Lachen ein Glücklich-Macher. Die Glückshormone, die dabei freigesetzt werden wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Wenn wir krank sind hat unser Körper Stress und oft haben wir auch Schmerzen. Das Lachen verringert dabei die Stresshormone und wir nehmen Schmerzen weniger wahr.

Für mich kommt daneben aber auch einfach hinzu, dass ich, wenn ich mich nicht gut fühle, nicht gerne gewaltvolle Sachen oder Dramas oä. schaue. Ich mag dann leichte Kost und nicht Filme oder Serien, die eine Schwere ausdrücken. Selbige können zwar spannend sein, sind aber in diesen Momenten meistens nicht das Richtige für mich.

Und das ist genau einer der Gründe, warum ich diese Filme gerne schaue. Wenn es mir schlecht geht, tut es mir einfach gut, wenn ich etwas Lustiges, Simples schauen kann, das mich zum Lachen bringt und einfach Wohlbefinden bei mir auslöst.

Studie belegt positiven Effekt von Disneyfilmen

Eine Studie belegt den positiven Effekt von Disneyfilmen auf kranke Menschen. So wurden krebskranken Frauen während der Chemotherapie Disneyfilme gezeigt. Die Frauen, die Disneyfilme sahen, waren weniger müde, angespannt, gereizt, depressiv und besorgt, als die Frauen in der Kontrollgruppe, die keine Disneyfilme gesehen hatten. Daraus schlussfolgerten die Forscher der Studie, dass das Sehen von Disneyfilmen die Lebensqualität der Frauen verbesserte. So würden die Disneyfilme nostalgische Gefühle auslösen und Ängste mindern können.

Schon Walt Disney sagte: „Die tonisierende (aufbauende) Wirkung von Spaß und Spiel ist seit langem als Gegenmittel gegen die Belastungen, Sorgen, Anstrengungen und Verantwortlichkeiten unseres Arbeitslebens anerkannt.“ Und wusste damit um die positive Wirkung seiner Zeichnungen und Filme.

Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Quelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com
Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. Quelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com

Animationsfilme versetzen uns in die Kindheit

Animationsfilme versetzen uns dabei immer auch ein stückweit in die eigene Kindheit zurück, wo manches noch irgendwie einfacher und leichter war. Vielleicht denken wir bei einem Disneyfilm an unseren ersten Kinderfilm. Oder wir denken daran, wie wir mit unseren Eltern gemeinsam einen schönen Nachmittag verbracht haben und im Anschluss einen schönen Familienfilm geschaut haben.

Was auch immer es ist, diese Art von Filmen kann uns ein Gefühl von Heimat und Wohlbefinden vermitteln. Sie zu schauen, kann dieselben Gefühle zurück bringen, die wir vielleicht schon damals gefühlt haben.

Ich habe tatsächlich keine schönen Erinnerungen mit meiner Familie an Familienfernsehabende, weil meine (alleinerziehende) Mutter kein Fernsehen mochte. Aber später, als wir dann doch mal einen Fernseher hatten, haben mein Bruder und ich gerne mal Zeichentrickserien geschaut. Ich erinnere mich an Serien wie Catdog, Hey Arnold, Sailormoon etc.

Aber auch die ersten Disneyfilme fanden ihren Weg in mein Leben. So habe ich bei Freunden dann auch zum ersten Mal König der Löwen gesehen und diesen Film sehr gemocht.

Vielleicht mag ich Animationsfilme unter anderem deshalb, weil sie mir genau diese Gefühle zurückbringen, die ich in meiner Kindheit als schön empfand. Meine Kindheit war nicht einfach, aber in den Momenten, in denen mein Bruder und ich lustige Kinderserien geschaut haben, war es schön, über selbige zu Lachen und mit den Charakteren mitzufiebern.

Animationsfilme vermitteln Werte

Aber Animationsfilme bringen uns nicht nur zum Lachen und Wohlbefinden, sondern vermitteln immer auch positive Botschaften. Kinder, oder auch Erwachsene, (oder erwachsene Kinder wie ich :P) können hier lernen, wie wichtig Freundschaft ist, dass man niemanden auf das Äußere reduzieren sollte (z.B. Die Schöne und das Biest oder Rotschühchen und die sieben Zwerge) und vieles mehr. Die Filme vermitteln, dass du alles schaffen kannst, was du schaffen möchtest.  Auch können wir lernen, dass es sich lohnen kann seinen Träumen zu folgen und uns für diese einzusetzen. In dem Film „Die Eiskönigin“ ist zum Beispiel der Aspekt „Sei du Selbst.“ ein großes Thema, genauso wie Liebe und Freundschaft. Die Filme können also dazu motivieren, sich selbst mehr anzunehmen oder andere nicht so sehr zu be- und verurteilen.

Diese Art von Filmen vermitteln damit Werte, die ich sehr wichtig finde. Natürlich sind mir diese Werte als Erwachsene längst bekannt, aber sie gefallen mir auch deshalb gut, weil ich mich mit ihnen und ihren Botschaften identifizieren kann.

Und auch so manch Erwachsener könnte von den Filmen noch etwas lernen. Was allen Filmen gemein ist, ist, dass sie vermitteln, dass wir manchmal nicht ohne die Hilfe anderer auskommen. Das heißt natürlich nicht, dass wir nichts allein schaffen, sondern dass es manchmal nötig ist, Hilfe von anderen anzunehmen, um im Leben weiter zu kommen. Und dass es auch keine Schande ist, danach zu fragen. Manchmal kann man sich selbst am besten helfen, wenn man andere um Unterstützung bittet. Und das vermitteln die Animationsfilme, von Disney und co., richtig gut.

Ohja, die Vergangenheit kann weh tun. Aber wie ich es sehe, läuft man entweder davon, oder man lernt davon. Rafiki - König der Löwen. Bildquelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com
Ohja, die Vergangenheit kann weh tun. Aber wie ich es sehe, läuft man entweder davon, oder man lernt davon. Rafiki – König der Löwen. Bildquelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com

Wer hätte nicht auch gerne ein oder mehrere Happy Ends im Leben

Was ebenfalls eine schöne Eigenschaft der Animationsfilme ist: sie alle haben ein Happy End. Mag es noch so schlecht für die Protagonisten aussehen, am Ende wird alles gut. Die Liebespärchen finden zusammen. Freunde verzeihen sich. Das Reich wird vor der bösen Hexe gerettet uvm.

Und das ist etwas, was ich gerne mag. Es bereitet mir Freude, wenn aus etwas Schlechtem etwas Gutes entsteht. Es gefällt mir, dass jeder Film ein Happy End hat. Denn seien wir mal ehrlich, wünschen wir uns das für unser Leben nicht auch? Ein Happy End bzw. eher immer wieder Happy Ends, wenn es mal nicht so gut läuft?

Die Filme können damit Mut vermitteln, dass es immer auch wieder besser wird, mag die Situation auch noch so ausweglos erscheinen. Und so ist das ja auch oft im wahren Leben. Im ersten Moment wirkt eine Situation aussichtslos und wir haben das Gefühl, das alles zusammen bricht. Dennoch haben wir es schon so oft geschafft uns metaphorisch wieder aus der Scheisse zu ziehen und uns damit ein Stückweit ein Happy End für diese Situation zu verschaffen. Das klappt nicht immer sofort, so wie im Film. Und es heißt auch nicht, dass alles perfekt wird, wie wir uns das wünschen. Aber wir können uns immer wieder aus schlimmen Situationen heraus kämpfen und sind solchen Situationen nicht einfach hilflos ausgeliefert. Und das ist eine tolle Botschaft.

Und damit wären wir wieder bei den positiven Botschaften, die diese Filme vermitteln. Sie können Mut machen und Hoffnung transportieren. Und ein bisschen mehr Hoffnung im Leben, hat ja noch keinem geschadet.

Das Leben ist ein Märchen, dessen Happy End wir selbst schreiben. Bildquelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com
Das Leben ist ein Märchen, dessen Happy End wir selbst schreiben. Bildquelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com

Ich und Happy Ends

Ich persönlich mag, nein ich liebe Happy Ends und hasse es, wenn Filme oder Bücher nicht gut ausgehen. Eine Freundin von mir findet das immer ein bisschen lustig. Sie schreibt an einem Buch und ich ebenfalls (ein Roman) und wir tauschen uns immer wieder darüber aus und überlegen gemeinsam, wenn eine Stelle etwas kniffelig ist. Und immer, wenn in ihrem Buch jemand sterben soll oder etwas nicht gut ausgeht, bin ich kein Fan und wir diskutieren liebevoll darüber. Inzwischen ist sie schon dazu übergegangen einen Satz damit zu starten „Ich weiß, du magst lieber Happy Ends, aber…“, wenn es mal wieder eine eher schlechtere Wendung gibt und darüber amüsieren wir uns beide köstlich.

Wobei ich nichts dagegen habe, wenn es mal schlecht aussieht. Aber ich wünsche mir immer, dass es ein Happy End gibt. Deshalb käme es für mich nicht in Frage zum Beispiel zwei liebende Eltern durch den Tod zu trennen (okay, ich muss gestehen, das macht Disney wiederum sehr gerne. Meistens sind beide oder ein Elternteil der Hauptcharaktere Tod).

Und natürlich weiß ich, dass im wahren Leben nicht immer alles gut ausgehen kann. Das ist schlichtweg unmöglich. Selbst wenn die Welt ansonsten perfekt wäre, früher oder später müsste zum Beispiel jemand sterben, weil das der natürliche Lauf des Lebens ist. Aber gerade, weil das echte Leben nicht immer einfach ist und nicht alles perfekt, wie im Film oder Buch läuft, freue ich mich, wenn es in einem Buch oder einem Film eben mal anders ist. Wenn ich mich darauf verlassen kann, dass dort alles gut wird.

Gleichzeitig bin ich aber auch im echten Leben Optimist und denke, dass auch im wahren Leben irgendwie immer alles wieder gut werden wird. Vielleicht nicht auf die Art, wie wir es uns wünschen. Aber es wird auch immer wieder besser werden – daran glaube ich.

Fazit

Na also wenn das nicht mal ein paar starke Argumente für ein paar Animationsfilme sind, weiß ich auch nicht 🙂 Ich weiß natürlich um die Tücken, die diese Filme auch mit sich bringen. So werden einige alte Disneyfilme zum Beispiel heute als rassistisch eingestuft (zu Recht) und manche Filme könnten für manche Kinder verstörend wirken, wenn sie nicht mit den Eltern thematisiert werden. So kann zum Beispiel der viel thematisierte Verlust von Eltern bei manchen Kindern existenzielle Ängste auslösen. 

Aber für mich als erwachsene, reflektierte Frau, tut es den Filmen keinen Abbruch und ich finde es gut, dass dort wichtige Werte unserer Gesellschaft thematisiert werden (und ich glaube, dass auch Kinder viel von ihnen lernen können, solange schwierige Themen ggf. auch Zuhause entsprechend besprochen werden).

Außerdem kann der manchmal kindliche Humor der eigenen Stimmung sehr gut tun.

Und am Ende ein weiterer Pluspunkt und unser heutiges Happy End: die Happy Ends, die Zuversicht vermitteln und einfach nur gut tun, weshalb „Disneyfilme“ für mich auch einfach Feelgood-Filme sind.

PS: Meine persönlichen Film-Favoriten der letzten Zeit

  • „Der Wunschdrache“ – Netflix
  • „Rotschühchen und die sieben Zwerge“ – Amazon Prime
  • „Rapunzel neu verföhnt“ und der zweite Teil der Reihe – Disney +
  • „Die Eiskönigin“ 1+2
  • Klassiker wie König der Löwen usw. – Disney

Ich könnte sicherlich noch einige Filme aufführen, aber das würde zu weit führen. Soweit erstmal als Inspiration, falls du auch solche Filme magst 🙂

Schaust du auch gerne mal einen Animationsfilm wie die von Disney? Was tut dir gut, wenn es dir nicht so gut geht? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen 🙂

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Werbung für Disney oder einen anderen Dienst dar, sondern nur eine persönliche Meinung. Ich stehe in keinem Zusammenhang mit diesen.

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