Hygge: Gestalte dir dein Leben hyggelig

Kennst du das Wort „hygge“ oder auch „hyggelig“ eigentlich schon? Hygge hat viel mit genießen, entspannen und Gemütlichkeit zu tun und passt deshalb hervorragend zu der derzeitigen Jahreszeit (auch wenn es zu jeder Jahreszeit gelebt werden kann). Und besonders in diesem Jahr, bei dem Corona so große Auswirkungen auf uns alle hat, ist es wichtig, es sich besonders hyggelig zu machen.

Hygge kommt aus dem Norwegischen und Dänischen und bedeutet

  • „gemütlich“
  • „angenehm“
  • „behaglich“
  • „warm“
  • „gut“/“schön“
  • „herzlich“
  • „geborgen“
  • „ein Gefühl von Glück“

Bedeutung von hyggelig. Quelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com

Hygge bedeutet damit eine gemütliche, angenehme Atmosphäre, in der man gemeinsam mit lieben Menschen das Leben genießen kann.

Sowohl Situationen, Personen oder auch Gegenstände können dabei hyggelig sein. So können ein schönes Treffen mit Freunden, das Lieblingsessen oder auch Dekorationen wie ein gemütlicher Sessel mit einem schönen Kunstfell, flackernde Kerzen oder ähnliches Hygge bedeuten. Umgekehrt kann etwas uhyggelig oder auch unhyggelig sein, wenn etwas nicht so gut ist oder nicht so gut läuft.

Hyggelig auf der Couch. Quelle: Jill Wellington auf Pixabay

Hygge transportiert damit ein positives Lebensgefühl und entspricht auch der Mentalität in skandinavischen Ländern. Nicht aus Zufall waren Finnland, Dänemark und Norwegen 2019 und 2020 laut dem Weltglücksbericht der UN, in den Top 10 der glücklichsten Länder. Finnland dabei an der Spitze. 2017 befand sich Norwegen bereits auf Platz 1. Demnach sind die Menschen in den skandinavischen Ländern entspannter, offener, freundlicher und wirken fröhlicher und glücklicher.

Danach gefragt, welche Begriffe sie mit Hygge assoziieren, wurden diese am meisten genannt.

  • Kerzen
  • Heiße Getränke
  • Kamine
  • Brettspiele
  • Weihnachten
  • Ferien
  • Süßspeißen (Kuchen, Süßigkeiten und co.)
  • Bücher
  • Musik
  • Kochen

Wie kannst du also mehr Hygge in dein Leben bringen?

Das Konzept des Hygge, das Leben in seiner Einfachheit zu genießen, hat sich also bewährt. Es ist damit ein Konzept, welches der schnellen Leistungsgesellschaft als Antwort dienen soll, um den Alltag zu entschleunigen und ein Gefühl von Sicherheit, Gemütlichkeit, Zufriedenheit und Wärme zu erzeugen. Hygge soll eine Balance im Leben der Menschen herstellen und ihnen neue Energie verschaffen.

Hygge ist damit eine Lebenseinstellung, eine Art zu leben. Und auch du, kannst lernen, dein Leben hyggeliger zu gestalten.

Sei achtsam mit dir und anderen

Hygge fängt dabei bei uns selbst an. Wir selbst müssen lernen uns mehr auf das hier und jetzt zu fokussieren und den Moment zu genießen. Der Fokus sollte also auf den positiven und nicht auf den negativen Dingen des Lebens liegen. Es geht darum sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun und das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Dabei geht es im Wesentlichen um die kleinen Dinge im Leben, die großes Glück mit sich bringen, wenn man sich ihrer gewahr wird.

Zum Beispiel eine Blume, die erst nur ein kleiner Knospen ist und dann in voller Blühte erblüht. Die Freude, wenn dein Kind oder dein Haustier sich über etwas freuen, wenn ihr miteinander spielt und lacht. Ein schönes Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin. Das Gefühl, in einen Raum zu kommen und sich wohl zu fühlen, weil man ihn selbst mit viel Liebe eingerichtet hat und viele schöne Erlebnisse in ihm erlebt hat, die einen noch lange begleiten werden.

Im Winter kann es das knistern des Feuers sein, während der Regen leise gegen das Fenster klopft. Eingemuggelt in eine gemütliche Decke, mit einem heißen Getränk ein Buch lesend, das einen bewegt. Im Sommer kann es das Picknick am See sein, welches einen mit Freude erfüllt.

Bei Hygge geht es also auch um Dankbarkeit für die schönen Dinge im Leben. Hygge schafft damit einen Ort der des Friedens, in und um uns herum. Allein mit uns selbst oder gemeinsam mit anderen.

Es sind die kleinen Momente die das Leben groß machen. Quelle: Bild Jill Wellington auf Pixabay. Schriftart canva.com

Leckeres Essen in schöner Gesellschaft

Zum Genießen des Lebens im Stil des Hygge liegt das Augenmerk auch auf dem Essen.

Hygge kann dabei bedeuten, es sich allein mit leckerem Essen gemütlich zu machen oder aber einen schönen Abend mit Freunden oder der Familie zu verbringen. Bei Kerzenlicht, Wein und guten Gesprächen kann so gegessen und gelacht und das Leben genossen werden.

In der Weihnachtszeit können leckere Plätzchen mit einem leckeren Cappuccino oder einer heißen Schokolade verzehrt werden. Aber nicht nur das Genießen der Leckereien ist Hygge. Auch das Zubereiten, das Kochen leckerer Gerichte und das spaßige Backen von Plätzchen bereitet hyggelige Freude.

Quelle: Jill Wellington auf Pixabay

Hygge heißt Entspannen – allein oder mit anderen

Hygge ist aber auch alles, was dich entspannt. Das bedeutet, allein oder zusammen mit anderen zu entspannen und etwas zu tun, was dir gut tut und dich von deinem Alltag entschleunigt. Das kann das gemütliche Lesen auf der Couch mit deinem Lieblingsbuch und einem Cappuccino oder Tee sein oder auch das sehen deiner Lieblingssendung mit ein paar Knabbereien.

Du könntest dich aber auch ans Fenster setzen und einfach mal die Natur beobachten. Der Baum der im Wind leicht hin und her schwingt. Die Vögel, die zwitschern und ein Nest bauen.

Auch könntest du deine Lieblingsmusik zu hören und dabei einfach nur da liegen und zuhören. Sehr entspannend kann auch das meditieren oder Yoga machen sein.

Genauso hyggelig kann ein schönes Vollbad sein, mit oder ohne Schmöcker, mit oder ohne Musik. Und dann heißt es, einfach nur entspannen.

Freude und Entspannung kann auch bedeuten gemeinsam mit Freunden zu spielen und zu singen. Mit ihnen zu essen und zu trinken, zu reden und zu lachen. Auch ein gemeinsamer Spaziergang oder eine Wanderung in der Natur belebt die Geister und verschafft Entspannung. Alles was schön und gemütlich ist, dich entspannt und dir gut tut, ist also hyggelig.

Wie wäre es also zum Beispiel ein paar Freunde zu einem Spieleabend einzuladen. Dabei könnte jeder etwas mitbringen, so dass es für keinen stressig wird, alles vorzubereiten. Seien es nun bestimmte Spiele, ein leckerer Nudelsalat, einen Nachtisch, das Lieblingsgetränk oder ähnliches. Tabu ist ein Klassiker der gern gespielt wird. Ich kann aber auch 6-nimmt oder Skip-Bo empfehlen. Auch mit dem Spiel Knätsel hatten wir schon vergnügliche Stunden. Da gerät das Raten und Kneten zur Kunstform, im wahrsten Sinne. An Lachern wird es euch hier nicht mangeln.

Kreativ sein und entschleunigen

Hygge kann es auch sein, sich die Wohnung mit selbst gemachtem schön zu machen, in dem man in der kalten Jahreszeit zum Beispiel Weihnachtssterne bastelt. Ich habe zum Beispiel das Fröbelstern-Basteln für mich entdeckt, was sehr viel Spaß macht. Am Ende hat man dann einen schönen Stern, den man als Weihnachtsbaum oder andere Weihnachts- oder Winterdeko nutzen kann. Ich konnte dabei auch feststellen, dass mein Kater sehr gerne mit den Fröbelsternen spielt und sie herum “flitscht”. Wer hätte gedacht, dass sie auch als Katzenspielzeug taugen.

Quelle: healthyfeelings.de

Kreativ zu sein ist also ebenfalls eine schöne Art hyggelig zu sein. Dabei stehen dir natürlich alle Möglichkeiten offen. Sei es nun das Malen von Acrylbildern, das Zeichnen oder Basteln von selbstgemachten Weihnachtskarten, von Schmuck oder Dekoartikeln. Vielleicht wolltest du auch schon immer mal ein Gedicht oder eine Geschichte schreiben. Letztendlich gibt es so vieles, was man für sich neu entdecken kann und das kann wirklich Spaß machen. Und das schöne dabei, es entspannt dich und gibt dir auch neue Energie.

Dabei ist es gar nicht wichtig, ob du die Dinge schon kannst oder gerade neu lernst. Es geht nicht um das Ziel und damit um irgendeinen Perfektionismus, sondern einfach darum, beim herstellen Freude und Entspannung zu erleben. Und meistens, wird das Ergebnis dann eben doch schön und man kann sich auch hierüber freuen. Und wenn nicht, dann wird’s beim nächsten Mal sicher besser 🙂   

Mach dir dein Zuhause hyggelig

Aber auch das Zuhause ist ein wichtiger Faktor für ein hyggeliges Leben. Da es deinen Rückzugsort darstellt, bei dem du dich aufladen und zur Ruhe kommen kannst, ist es wichtig, dass du dich hier wohl und geborgen fühlst. Da Geschmack sehr individuell ist, wird es auch unterschiedlich sein, mit was du dich wohl fühlst. Der eine bevorzugt eher kargere Wohnungen, der andere mag es voll gestellt. Beim Hygge geht es jedoch darum, das Zimmer mit Kissen, flauschigen Decken und Kunstfellen sowie Teppichen gemütlicher zu machen. Ebenso können schöne Dekorationen, Bilder und Zimmerpflanzen den Raum einladender und wohnlicher wirken lassen. Ein gemütlicher Sessel und eine Couch, sowie ein Regal voll mit Büchern lassen den Raum ebenso heimeliger wirken. Oft helfen schon kleine Dinge, damit ein Raum gemütlicher wird und er somit Hygge vermittelt.

Letztendlich liegt es aber bei dir, was dir das Gefühl von Gemütlichkeit vermittelt. Am Ende ist nur wichtig, dass du dich wohl damit fühlst.

Lichtquellen sind besonders wichtig

Lichtquellen spielen beim Hygge eine besondere Rolle. Mit ihnen kannst du dein Heim erhellen und somit zu einem Zuhause machen. Lichtquellen machen dein Zuhause somit gemütlicher und damit hyggeliger. Lichtquellen können hier zum Beispiel schöne Kerzen sein, ob echte oder LED-Kerzen. Aber der Raum wird ebenso gemütlich mit Lichterketten, einer Stehlampe, die indirektes Licht schafft, mit Leuchtern und ähnlichem. Ein besonders gemütliches Feeling verschafft natürlich der klassische Kamin. Wer einen solchen besitzt, kann sich glücklich schätzen. Gerade in der Weihnachtszeit schaffen aber auch der beleuchtete Weihnachtsbaum, Weihnachtssterne und ähnliche Weihnachtsdekorationen eine gemütliche Atmosphäre.

Quelle: PublicDomainPictures auf Pixabay

Ich selbst habe diese Woche versucht besonders darauf zu achten, es mir hyggelig zu machen. So saß ich beispielsweise beim Schreiben dieses Artikels teilweise auf dem Bett. Ich hatte ein paar Lichterketten und Kerzen an und neben mir auf dem Bett lag eine meiner Katzen, die ich immer wieder zwischendurch streichelte. Und während sie so schnurrt, als gäbe es nichts schöneres auf der Welt, dachte auch ich, wie schön dieser Moment ist. Ich war glücklich, dass es mir an dem Tag soweit ganz gut ging und ich war glücklich, weil mein kleines Mädchen zufrieden vor sich hin schnurrte. Die Situation wärmte den Raum und mein Herz.

Am Wochenende habe ich dann auch besonders viel und achtsam Zeit mit meinem Mann verbracht. Wir haben zusammen den Weihnachtsbaum und etwas Weihnachtsdeko aufgebaut. Die Lichter machen unser Wohnzimmer, ganz nach Hygge, nun noch gemütlicher. Wir haben gemütlich auf der Couch gesessen, gerätselt und Tv gesehen und auch ein paar Spiele gespielt. Point&Click-Spiele (am PC) können dabei wirklich lustig und auch entspannend sein. Das Spielen tut nämlich auch Erwachsenen gut.

Am zweiten Advent haben wir uns dann auch mal glutenfreie Kekse und Lebkuchen gegönnt. Besonders schön war hier auch das Körbchen zum Nikolaus von unseren lieben Nachbarn und Freunden. Es hat uns wirklich Freude gemacht. Und daran sieht man wieder, dass es diese vielen kleinen und großen Dinge sind, die das Leben so hyggelig und lebenswert machen.

Quelle: healthyfeelings.de

Ich habe also schon viel Hygge in meinem Leben. Es bedeutet für mich, ein warmes Gefühl von Zufriedenheit und Freude, im hier und jetzt.

Mit welchen Dingen machst du dir die kalte Jahreszeit hyggeliger? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Quelle: Jill Wellington auf Pixabay

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