Heute bin ich traurig – und das ist okay

Ich bin seit zwei Wochen krank, weshalb es hier keine neuen Artikel gab. Ich hatte erst starke Gliederschmerzen und co. die bis zu Tränen führten, was auf einen Schub schließen ließ. Es kann aber auch an der zweiten Zyklushälfte gelegen haben – wer weiß. Gleichzeitig hatte ich natürlich wie immer Kopfschmerzen und Migräne, die in den letzten 7 Tagen sehr stark waren. Durch die häufige Schmerzmitteleinnahme bekam ich dann noch starke Magendarmprobleme dazu. Kurzum: mir gehts seit den letzten 2 Wochen sehr schlecht.

Und deshalb hadere ich gerade mit meinen Erkrankungen und dem Leben an sich.

Ich habe demzufolge heute auch keine guten Tipps und auch keine positiven vibes für euch.

Heute schreibe ich nur über mich

Eigentlich wollte ich euch diese Woche den zweiten Teil des Artikels „Der Weg zum Glück“ posten. Okay, theoretisch wollte ich das schon vor zwei Wochen. Aber ich wollte es nun zumindest heute nachholen.

Aber heute ist kein guter Tag. Und anstatt mich durch den anderen Artikel zu quälen, habe ich intuitiv angefangen, diesen zu schreiben. Denn er passt gerade besser zu meiner Stimmung, als das Thema Glück.

Denn heute bin ich nicht glücklich.

Kennt ihr auch diese Tage?

Kennt ihr diese Tage, an denen ihr einfach nur emotional müde seid? An denen ihr einfach nicht mehr wollt? Einfach nur weg wollt von all dem, was schwer ist?

Ich fühle mich gerade so. Soo müde, so erschöpft, so traurig und gleichzeitig gefühllos und leer. Da ist diese Schwere in mir, die sich nicht wegschieben lässt.

Ich bin so erschöpft von meinem alltäglichen Kampf mit meinen Krankheiten. Von all dem Schmerz und Leid. Ich bin so erschöpft davon, jeden Tag zu versuchen, das Beste aus allem zu machen. Und ich habe gerade keine Kraft mehr, das Beste in allem zu sehen, wenn mir doch so vieles versagt ist.

Von Träumen, die sich nicht erfüllen

Ich habe letzte Nacht davon geträumt, Kinder zu haben. Mit ihnen zu spielen, zu lachen, zu leben. Und während ich morgens im Bett lag, nachdachte und dem Traum hinterher träumte, wurde mir erneut bewusst, wie gerne ich Kinder hätte.

Ich erlaube mir selten, daran zu denken. Es ist uns schon seit einigen Jahren nicht vergönnt. Und ich möchte mich und meinen Alltag nicht ständig damit belasten. Natürlich lasse ich diese Gefühle immer mal wieder zu. Aber ich sehe keinen Sinn darin mich immer wieder damit zu beschäftigen, wenn es mir doch nicht vergönnt ist.

Letztendlich werde ich ja sowieso immer wieder daran erinnert – bei jedem Kind, das vorbei geht. Bei jedem Whatsapp oder Facebookstatus der glücklichen Familien.

Ich gönne jedem sein Glück, versteht mich nicht falsch. Aber jedes Bild, jedes Kinderlachen, erinnert mich daran, was ich nicht haben kann. Und das tut manchmal weh.

Und ja, ich weiß, dass nicht immer alles Gold ist. Kindererziehung ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Aber es ist alles was ich mir wünsche (neben der Gesundheit).  

Ich meine, ich habe noch nicht vollends die Hoffnung aufgegeben, aber ich weiß, dass es nicht gut aussieht. Ich bin nun 32, viele Jahre bleiben nicht mehr. Aber was viel schwerwiegender als das Alter wiegt, sind meine hormonellen Probleme. Und ich weiß nicht, ob sich das nochmal soweit richten lässt, dass das Wunder doch noch möglich wird.

Ich kann nicht immer positiv und optimistisch sein

Deshalb versuche ich nicht all zu oft darüber nachzudenken, was nicht klappt, sondern mich darauf zu konzentrieren, was mir gegeben ist und was in meinem Leben schön ist. Und das funktioniert auch oft genug.

Nur heute, heute nicht.

Denn ich kann nicht immer positiv und optimistisch sein. Das kann niemand. Und heute bin ich traurig, wegen dem, was ich nicht bekomme. Und das ist einiges.

Neben dem unerfüllten Kinderwunsch bin ich ebenso traurig, wegen all dem, was ich aufgrund meiner Erkrankungen aushalten muss. Immer wieder Schmerzen, die mich quälen und mein Leben zur Hölle machen.

Und ich bin traurig, weil sie mich davon abhalten, all das zu machen, was für jeden anderen selbstverständlich ist. Ins Schwimmbad oder bowlen zu gehen. Einfach bei einer Freundin vorbei gehen oder ähnliches. Zu reisen. Viele der schönen Dinge, die das Leben so mit sich bringt.

Einem Job nachzugehen oder zumindest den Haushalt auf die Kette zu bekommen, um meinen Beitrag zu leisten und meinen Mann mehr entlasten zu könnten.

Ich bin traurig, dass die Krankheiten mich zwingen, immer noch einen Gang runter zu schalten, obwohl ich schon im untersten fahre.

Ich wünsche mir so sehr ein normales Leben mit all seinen Facetten. Und auch wenn ich trotzdem eine Menge habe, für das ich dankbar und über das ich glücklich bin, so bin ich doch heute traurig, dass es mir seit einigen Jahren nicht vergönnt ist, ein normales Leben zu führen. All die verschwendete Lebenszeit, die mir tagtäglich durch die Finger rinnt.

Noch am Anfang des Jahres hatte ich die Hoffnung, in einem halben Jahr vielleicht wieder gesünder zu sein. Vielleicht sogar wieder arbeiten zu können. Und jetzt ein halbes Jahr später ist die Zeit mit einem Finger schnipsen vergangen und ich bin gefühlt noch an der gleichen Stelle. Ja, ich habe Fortschritte gemacht, ich habe inzwischen meistens weniger starke Schmerzen und nicht mehr ganz so häufig Kopfschmerzen, wie am Anfang. Aber nach einigen Tagen voller Schmerzen, die gerade die Hölle sind, hilft mir diese Erkenntnis in diesem Moment auch nicht.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich meine Symptome und Krankheiten noch in den Griff kriege. Aber manchmal habe ich Angst, dass es nie wieder anders wird und dass das mein Leben bleibt. Und diese Gedanken sind bedrückend.  

Morgen ist ein neuer Tag

Ich weiß, morgen ist ein neuer Tag. Mein Mantra, immer dann, wenn es mir besonders schlecht geht. Und ich werde morgen bestimmt wieder versuchen, so optimistisch wie möglich und wie eh und je in den Tag zu starten. Morgen oder vielleicht schon nachher, werde ich sicher wieder darüber nachdenken, wie dankbar ich für dieses und jenes bin. Dann werde ich sicher wieder glücklicher sein.

 Aber jetzt und heute, bin ich einfach nur traurig. Und das ist okay.

Tomorrow is a new day. Quelle: healthyfeelings.de - erstellt mit canva.com
Tomorrow is a new day. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Kennst du sie auch, diese Tage, die einfach nicht gut werden wollen? Diese Tage, an denen es dir einfach nicht gut geht? Wie gehst du damit um?

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