Glück im Unglück

Manchmal geht aber auch alles schief. Wer kennt das nicht. Man steht schon morgens mit dem falschen Fuß auf und stößt sich selbigen am Bettbein. Auch die Frisur will einfach nicht sitzen und der Morgenkaffee landet auf dem neu gekauften Pullover. Vielleicht streitet man sich dann noch mit seinem Liebsten oder kriegt auf der Arbeit gefühlt einfach nichts hin.

Manchmal sind es aber auch große Themen, die nicht klappen, wie man es sich wünscht. Man bekommt den Job nicht, den man unbedingt wollte. Die Wohnung, die wie die Traumwohnung erscheint, geht an ein anderes Paar. Eine Freundschaft zerbricht oder ähnliches.

In solchen Momenten neigen wir dazu, die Welt zu verfluchen und uns selbst zu bemitleiden. Was auch mehr als verständlich ist, denn solche Sachen sind ja auch nicht leicht. Versteht mich also nicht falsch. Ja, sowas ist traurig und Selbstmitleid kann in diesem Moment hilfreich sein. Aber wenn wir unsere Gefühle gefühlt haben, sollten wir uns auch den Staub aus dem Gefieder schütteln und nach vorne sehen. Denn bei allem Unglück, übersehen wir manchmal, dass viele Dinge auch ihr Gutes haben.

Manchmal ist das vermeintlich Schlechte das eigentlich Gute

Die Traumwohnung hätte sich vielleicht bei näherer Betrachtung als Schimmelloch entpuppt und so sind wir dem Unheil entgangen. Statt des Jobs, kommt später vielleicht ein anderer daher, der uns noch viel besser gefällt und bessere Konditionen mit sich bringt.

Die zerbrochene Beziehung lässt uns reflektieren und wachsen. Hilft uns also in unserer persönlichen Weiterentwicklung. Was uns wiederum hilft, in anderen Beziehungen nicht die selben “Fehler” zu wiederholen (eigene oder die der anderen) und bessere Beziehungen zu haben.

Im Nachgang können wir also des Öfteren feststellen, dass so manches unschöne Erlebnis wie eine Medaille auch zwei Seiten hat. Die schlechte, die uns traurig oder wütend macht, aber auch die gute, denn sie hat uns vielleicht auf die eine oder andere Art weitergebracht. Und wenn sie nur ein Lernfeld für uns darstellte. Ich möchte nun weiß Gott nicht alles schön reden. Es gibt Dinge, an denen einfach nichts gutes ist, die einfach nur schrecklich sind – darüber braucht man gar nicht diskutieren.

Aber es gibt immer wieder auch Situationen, die vielleicht in dem Moment furchtbar sind, uns aber auch eine Chance auf was besseres bieten bzw. sich dann im Nachgang als Glücksgriff oder zumindest als “Es war gut so, wie es war, denn es hat mich an diesen Punkt geführt.” entpuppten.

Schlechte Tage sind da keine Ausnahme

Diese Tage, an denen gefühlt alles schief läuft, stellen da keine Ausnahme dar. Sie zeigen uns manchmal, dass wir mal auf die Bremse treten müssen. Also wenn ein Tag einfach nur zum heulen ist, dann ist das vielleicht ein Reminder für dich, dich wieder mehr auf dich selbst zu besinnen und etwas Selbstfürsorge zu betreiben. Versuche dir an diesen Tagen so viel und so gut es geht, etwas Gutes zu tun. Und am nächsten Tag sieht die Welt doch meistens schon wieder viel besser aus. Und rückblickend betrachtet, wars vielleicht gar nicht so schlimm, oder? (Damit möchte ich aber bitte niemandem die Gefühle absprechen! :)).

Die schlechten Tage können also ebenso eine “gute Seite” haben. Wer weiß auf jeden Fall, wozu es gut ist, wenn etwas nicht so läuft, wie wir uns das wünschen. Deshalb, versuche positiv zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass alles seinen Sinn hat und sich alles schon richten wird.

Hierzu gibt es eine schöne Geschichte, die diese Weisheit schön versinnbildlicht.

Der Bauer und sein Pferd

Es lebte einmal ein Bauer in einem kleinen Dorf, der als einziger ein Pferd besaß. Die Dorfbewohner beneideten ihn um sein Pferd und sagten: „Was für ein Glück du doch hast.“. Der Bauer entgegnete nur: „Ob das nun Glück oder Unglück ist, wer weiß?“.

Eines Tages brach das Pferd aus der Koppel aus und lief dem Bauern weg. Der Versuch, es wieder einzufangen, missglückte. Die Dorfbewohner bemitleideten ihn und der eine oder andere zeigte auch Schadenfreude. Sie sagten: Nun ist dein einziges Pferd ausgebrochen. Was für ein Unglück du doch hast.“. Der Bauer entgegnete nur: „Ob das nun Glück oder Unglück ist, wer weiß?“. 

Einige Zeit später kam das entlaufene Pferd mit 7 Wildpferden im Schlepptau zurück zur Weide. Sie ließen sich auf der Koppel des Bauern nieder, so dass dieser nun 8 Pferde besaß. Die Dorfleute sagten: „Was hast du doch für ein Glück, nun 8 Pferde zu besitzen.“  Darauf entgegnete der Bauer: „Ob das nun Glück oder Unglück ist, wer weiß?“.

Bild von Mandy Fontana auf Pixabay 

Als nun der Sohn des Bauern versuchte die Wildpferde zuzureiten, brach er sich den Arm. Die Dorfbewohner, die ihm bereits zuvor davor abgeraten hatten, bemitleideten nun wieder den Bauern. Er habe nun niemanden mehr, der ihm bei der Arbeit helfen würde. Was für ein Unglück. Und wieder entgegnete der Bauer: „Ob das nun Glück oder Unglück ist, wer weiß?“.

Nachdem etwas Zeit ins Land gegangen war, brach ein Krieg im Land aus und alle jungen Männer wurden eingezogen, um zu kämpfen. Nur der Sohn des Bauern musste nicht mitgehen, da er aufgrund des gebrochenen Armes untauglich erschien. Als die Nachbarn dies sahen, beglückwünschten sie den Bauern zu seinem Glück. Aber erneut antwortete dieser mit: „Ob das nun Glück oder Unglück ist, wer weiß?“.

Bild von Dorota Kudyba auf Pixabay 

Und die Moral von der Geschicht:

Alles Schlechte kann auch sein Gutes haben. Oder: in vielem Negativen steckt auch was Positives. Auch wenn man es nicht immer sofort sieht.

Jedes Unglück kann also auch seine positiven Seiten haben. Wer weiß, ob sich das Unglück im Nachhinein nicht auch als Glücksgriff erweist.

Nicht selten erleben auch wir, dass sich etwas, was sich zum damaligen Zeitpunkt als Unglück erwies, im nachhinein eben doch gut so war, wie es war. Manches ergibt für uns in einem bestimmten Moment keinen Sinn und erst später bemerken wir, dass alles seinen Sinn hatte und genauso so sein sollte, wie es war. Entweder, es war gut für uns oder wenn nicht gut im eigentlichen Sinne so sicherlich lehrreich und damit auch wieder gut für uns. Denn alles was wir tun und erleben, macht uns zu dem Menschen, der wir sind. Aus jeder Erfahrung lernen wir etwas für uns und unser Leben.

Wenn du nun mal in dich gehst, gab es bei dir auch schon Situationen, die in dem Moment alles andere als schön waren, die im Nachgang aber auch ihr Positives hatten? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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