Die Bedeutung von Freundschaft

Ich habe schon länger darüber nachgedacht, diesen Blogartikel zu schreiben. Heute war ich wie so oft besonders dankbar für meine Freunde. Es gab dafür keinen speziellen Grund. Ich habe mich einfach darüber gefreut, mit manchen von ihnen zu schreiben und mit anderen von ihnen Zeit zu verbringen. Und während ich also darüber dankbar bin, muss ich gleichzeitig über Freundschaften im Allgemeinen nachdenken.

Ich habe wunderbare Freunde, über die ich sehr froh bin. Manch einen schon seit vielen, vielen Jahren, wie zum Beispiel meinen besten Freund. Andere erst seit ein paar Jahren. Aber unabhängig von der Zeit, sind sie alle wertvolle Freunde.

Ich hatte aber auch schon weniger gute Freundschaften bzw. Freundschaften, die aus dem einen oder anderen Grund endeten.  Manchmal, weil sich Menschen als etwas anderes heraus stellten, als ich dachte, manchmal weil es sich einfach zerlief oder einfach doch nicht passte.

Ich mag tiefgründige Freundschaften

Über die Jahre habe immer wieder festgestellt, dass ich bestimmte Vorstellungen oder auch „Ansprüche“ an Freundschaft habe. Ich halte dabei nicht viel von oberflächlichen, reinen „Spaß-Freundschaften“. (Bitte aber nicht verwechseln – ich liebe Spaß und Lachen und glaube, dass Humor unheimlich wichtig ist).

Ich mag echte Freundschaften, mit echten Menschen. Freundschaften, die etwas bedeuten und nicht einfach austauschbar sind. Freundschaften, die in die Tiefe gehen.

Reden ist gold

Ich möchte mit diesen echten Freunden über alles reden können. Nicht über Belanglosigkeiten, nein über echte tiefgehende Themen. Ich möchte alles über sie und ihr Leben wissen. Über ihre Vergangenheit, ihre Träume und Wünsche. Ihr Ängste und Sorgen. Ihre Stärken und Schwächen.

Ich möchte mit ihnen über Gott und die Welt reden können.

Quelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com

Eine gute Freundschaft erkennt man, meiner Meinung nach, unter anderem auch daran, dass manchmal viele Stunden vergangen sind, es sich aber anfühlt, als wären nur ein paar Minuten vergangen. Und man selbst nach diesen Stunden an Zeit, noch ewig weiter reden könnte. Ich habe diese Situation oft mit meinen Freundinnen. Wir treffen uns und quatschen und quatschen und sind am Ende doch überrascht, wie spät es dabei schon geworden ist.

Oder mein bester Freund und ich reden und zocken stundenlang und am Ende fühlt es sich an, als hätten wir gerade erst angefangen.

Dabei sprechen wir über trauriges genauso wie über fröhliches. Und egal, wie ernst das Thema auch ist, oft finden wir trotzdem etwas, worüber wir lachen und uns freuen können.

Und das halte ich für unheimlich wichtig. Sich gegenseitig aufzubauen, aber auch nie die Hoffnung zu verlieren. Und letztendlich auch ganz, ganz viel miteinander zu lachen. Denn Lachen gibt uns ein gutes Gefühle, ist gesund, stärkt das miteinander und schafft uns schöne Erinnerungen 🙂

Quelle: healthyfeelings.de, erstellt mit canva.com

Bei echten Freunden kann ich, ich selbst sein

Bei wahren Freunden kann man, man selbst sein. Man darf seine Schwächen zeigen, muss nicht immer gut drauf sein oder etwas darstellen, was man nicht ist. Wahre Freunde nehmen einen, wie man ist. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Man muss sich vor ihnen nicht schämen, einen Fehler einzugestehen oder wenn der Haushalt grade nicht so ordentlich ist, wie man es gerne hätte. Es darf auch mal unaufgeräumt sein. Und ich darf sagen können, „Mist, ich war unpünktlich, tut mir leid.“ oder „Heute kriege ich einfach nichts hin.“.

Ich kann meine Schwächen zeigen, ohne dass sie sich darüber lustig machen oder mich nicht ernst nehmen. Denn sie lieben mich, wie ich bin und wissen, dass meine Stärken, meine Schwächen ausgleichen. Und umgekehrt ist es genauso. Denn perfekt ist keiner von uns. Wir haben doch alle so unsere Macken. Und am Ende zählt doch nur, ob wir uns so nehmen können wie wir sind. Denn so wie jeder seine Macken hat, gibt es auch immer Menschen, die trotz ihrer Macken für uns genau richtig sind. Also zählt am Ende nur, die richtigen Personen zu finden, mit deren Macken man gut leben kann 🙂

Wichtig ist dabei auch die Perspektive: fokussiere ich mich auf die Macken der anderen oder versuch das Beste in ihnen zu sehen. Menschen, die sich jeden Tag bemühen und viele wunderbare Stärken haben.

Füreinander da sein

Für mich bedeutet Freundschaft aber auch, immer füreinander da zu sein, wenn man einander braucht. Freud und Leid miteinander teilen zu können und dabei in Mitgefühl füreinander da zu sen.

Das bedeutet, miteinander über das, was uns bewegt reden zu können. Zuzuhören, da zu sein. Den anderen in den Arm zu nehmen, wenn der Tag mies war oder man wegen etwas traurig ist. So fühlt sich der andere verstanden, angenommen und weniger allein.

Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay, Text erstellt mit canva.com

Freundschaft ist eine Beziehung light

Man könnte sagen, Freundschaft ist eine Beziehung light. Viele Attribute, die wir einer Beziehung zuschreiben, gelten auch für Freundschaften. Ich erwarte auch in einer Freundschaft Ehrlichkeit, Treue, Verlässlichkeit, Zuneigung, Respekt  usw., so wie ich das auch in einer Partnerschaft wünsche und erwarte.

Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ich erwarte, dass der andere sich auch Zeit für mich nimmt. Ich wünsche mir dabei zu merken, dass ich ihm wichtig bin. Im Gegenzug darf er dasselbe erwarten. Das heißt nicht, dass man sich rund um die Uhr miteinander beschäftigen muss. Jede Freundschaft ist anders. Manche Freunde sieht man wöchentlich oder alle paar Tage. Andere nur alle paar Wochen. Beides ist okay, denn jede Beziehung ist anders. Wichtig ist nur, dass es für beide Personen stimmig ist und beide wissen, dass sie einander so oder so wichtig sind.

Gleichzeitig ist auch klar, dass es bei sowas auch immer Phasen gibt. Steckt einer der Freunde in einer Prüfungsphase oder zieht gerade um, dann ist auch klar, dass man weniger Zeit für seine Freunde hat. Solange sich die Phasen immer wieder auch ausgleichen, tut es der Beziehung keinen Abbruch.

Aber gemeinsame Zeit ist wichtig, um die Beziehung zu stärken. Und wie in jeder Beziehung muss man auch an einer Freundschaft arbeiten.

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Wahre Freundschaft heißt nicht aufzugeben, wenn es mal schwierig wird

Echte Freundschaft bedeutet, auch mal miteinander streiten zu können, ohne das es bedeutet, dass die Freundschaft endet, nur weil man mal nicht einer Meinung ist.

Natürlich ist Streit nicht schön und jeder wünscht sich doch eine harmonische Freundschaft. Aber wir sind nun mal individuelle Menschen mit individuellen Erfahrungen. Da kann man nicht immer einer Meinung sein und es kann zwangsläufig mal zu Streit kommen. Denn wir nehmen unser Päckchen überall mit hin und manchmal passiert es, dass wir uns missverstanden fühlen oder den anderen missverstehen. Und schon sitzt man mitten im Streit.

Dann ist es wichtig, darüber zu reden, was dahinter steckt. Denn oft liegt es an eigenen Unsicherheiten, dass wir uns streiten. Vielleicht fühlen wir uns nicht mehr so gewertschätzt, weil der andere weniger Zeit hat. Oder wir haben das Gefühl, dass der andere unsere Situation nicht so versteht. Was auch immer es ist, wenn wir darüber ins Gespräch kommen, können wir den Streit auch wieder beilegen.

Ja, Streit ist nicht schön, einerseits. Andererseits zeigt uns ein Streit auch, dass wir einander etwas bedeuten. Würde man sich nichts bedeuten, würde man sich auch nicht verletzt fühlen, wenn der andere bspw. weniger Zeit hat. Zu Streiten heißt also auch, seinen wahren Gefühlen näher zu kommen bzw. seine Gefühle zu offenbaren. D.h. man kommt so an einen Punkt, dass man darüber spricht, was einen stört oder verletzt (vorausgesetzt man streitet so konstruktiv, dass man irgendwann an den Punkt kommt darüber zu sprechen.).

Schafft man es, den Streit auszuräumen, kann das einander noch näher bringen, weil wir uns und unsere Gefühle nun wieder besser verstehen. Die Distanz, die vorher vielleicht da war, wurde überbrückt. Wir fühlen uns wieder verstanden und geliebt. (Bei Dauerstreit liegt der Sachverhalt natürlich anders. Da können einen die Streitereien immer weiter auseinander bringen).

Ich selbst bin so ein Mensch, der andere, die er liebt, nicht aufgibt, nur weil es mal schwierig wird. Und genau das wünsche ich mir auch von anderen.

Es bedeutet aber auch, dass man anderen verzeihen können muss, wenn sie mal einen Fehler machen.

Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass ich alles mit mir machen lasse oder eine Freundschaft niemals beende würde. Wenn einem der andere über einen längeren Zeitraum nicht gut tut und sich die Schwierigkeiten auch mit wiederholten Gesprächen nicht aus dem Weg räumen lassen, ist eine Trennung manchmal besser, um auch sich selbst gerecht zu werden.

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Chemie

Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist die Chemie. Ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll. Es gibt einfach Menschen, mit denen es direkt passt. Zu denen man total schnell einen Draht hat, mit denen man super viel Reden und Lachen kann, als würde man sich schon ewig kennen. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das bei mir bei jeder Freundschaft so gewesen, die wirklich in die Tiefe ging.

Jede Freundschaft ist anders

Jede Freundschaft ist dabei ein stückweit anders und ein Unikat, so wie es auch jeder Mensch ist. Mit manchen kann man super Spieleabende oder andere Unternehmungen machen oder teilt gar spezielle Hobbys. Mit anderen Freunden kann man dagegen vielleicht Gespräche führen, die in die Tiefe gehen. Und wenn man ganz viel Glück hat, hat man beides zusammen, gemeinsame Interessen und tiefgehende Gespräche.

Wobei ich von meinen Freunden nicht erwarte, dass sie meine Hobbys teilen müssen. Das wichtigste ist für mich, dass man über alles sprechen kann und man füreinander da ist. Nichtsdestotrotz freut man sich natürlich, wenn der andere das gleiche Hobby teilt.

Ich habe verschiedene Hobbys, weshalb es leichter ist, gemeinsame Schnittmengen zu finden. So habe ich Freunde, die ebenfalls Haustiere haben, oder auch Freunde die das Lesen und Schreiben oder andere kreative Hobbys wie das Malen uä. mit mir teilen. Mein großes Hobby das Zocken, teile ich mit meinem Mann, meinem besten Freund und anderen Freunden, also auch hier besteht eine große Schnittmenge.

Aber so wie das, was man zusammen macht sehr unterschiedlich sein kann, so ist auch der gemeinsame Zeitrahmen sehr unterschiedlich. Die einen sieht man öfter, die anderen seltener. Manche Freunde würde man vielleicht eher unter gute Bekannte verbuchen, andere wiederum eher unter beste Freunde. Ich denke, jede Art der Freundschaft hat seine Berechtigung, solange es sich für beide Parteien richtig anfühlt.

Wenn sich einer von beiden mehr wünscht, kann es hingegen schwierig werden.

Jeder definiert Freundschaft anders

Jeder Mensch hat ein stückweit auch eine andere Art von Freundschafts-Definition. Die einen mögen tiefgehende Freundschaften, die anderen halten es lieber locker und oberflächlich. Und beides ist okay. Bei dem einen oder anderen verändert sich das auch mit der Zeit und dem Alter.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er oder sie für sich selbst möchte.

Auch wenn ich für mich persönlich der Meinung bin, dass einem nichts so viel gibt, wie echte, tiefe Freundschaften. Wenn man sich so nah ist, wie es nur geht. Natürlich, das Risiko verletzt zu werden ist größer, wenn man sich darauf einlässt. Aber gleichzeitig hat man eine riesige Chance auf echte Gefühle und Freundschaft. Und das ist das Risiko meiner Meinung nach mehr als wert.

Natürlich habe auch ich Freundschaften oder eher Bekanntschaften, die nicht so sehr in die Tiefe gehen. Sowas ergibt sich manchmal zwangsläufig, wenn man sich in Schule, Uni, als Kollegen oder Nachbarn kennen lernt. Dann ergeben sich manchmal Freundschaftsbande, die schön sind, aber eher oberflächlich bleiben.

Trotzdem bedeutet wahre Freundschaft für mich in die Tiefe zu gehen, sich zugehörig zueinander zu fühlen und sich nah zu sein, während man sich gleichzeitig den Raum gibt, den jeder braucht, um er selbst zu sein.

Wie definierst du Freundschaft? Was ist dir in einer Freundschaft wichtig?

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