Fat shaming: von der Diskriminierung übergewichtiger Menschen

Diskriminierung jeglicher Art ist ein großes Thema in unserer heutigen Gesellschaft. In diesem Blogartikel möchte ich über die anhaltende Diskriminierung gegenüber Übergewichtigen sprechen.

Personen, die nicht dem Normalgewicht entsprechen, werden diskriminiert. Das können ganz offenkundige Beleidigungen sein wie „Boah, ist die fett!“ oder subtilere Anfeindungen in Form von verächtlichen Blicken, Kopf schütteln oder ähnlichem.

Oft bekommen übergewichtige Menschen den Eindruck vermittelt, selbst Schuld daran zu sein, dass sie übergewichtig sind. Also hätten sie so ein Verhalten auch verdient. Es wird dann gerne so getan, als könnte die Person einfach aufhören dick zu sein. Dann wäre sie es auch wieder wert, gut behandelt zu werden.

Dass die Mechanismen hinter Übergewicht komplexer sind, wird dabei gerne ignoriert. Und ebenso die Tatsache, dass jeder Mensch es verdient, mit Respekt und Achtung behandelt zu werden – mit all seiner Unterschiedlichkeit.

Beispiele für die Diskriminierung von Übergewichtigen

Da kann die Person also schon mal zu hören kriegen, dass sie (zu) fett sei. Könnte ja sein, dass sie selbst noch nicht mitbekommen hat, dass sie nicht normalgewichtig ist. Sie besitzt ja keinen Spiegel und keine Selbstwahrnehmung. Es könnte ja passieren, dass es an ihr vorbei gegangen ist und sie sich selbst für eine kleine zarte Elfe hält. Bestimmt schon vorgekommen. Danke also für die Information. Ohne diese Information wäre sie unwissend. Und dann noch auf solch empathische Art und Weise formuliert. Da tut es doch gleich doppelt gut, das zu hören. *Ironie aus

Was hier so überspitzt formuliert wird, ist für viele Übergewichtige leider die Realität.

Seien es nun die Eltern, die der Teenager-Tochter vorhalten, zu dick und damit zu hässlich zu sein. Die ihr das Gefühl geben, nie gut genug zu sein. Und die ihr ins Gesicht sagen, dass sie so niemals einen Mann abbekommen würde.

In einem weiteren Fall ist einer bereits erwachsenen Frau von ihrer Mutter und deren Partner ins Gesicht gesagt worden, sie solle aufhören sich fett zu fressen und dankbar sein, dass der Partner die Geduld mit ihr habe (welcher nebenbei bemerkt nie etwas negatives zum Körpergewicht gesagt hat). Die Tochter könnte ja froh sein, so ein Juwel zu haben und sollte mal überlegen wie das für diesen wäre, wenn sie sich arbeitsunfähig fressen würde (wovon in diesem Fall keine Rede sein konnte).

Ein anderes Beispiel ist das verspotten übergewichtiger Menschen im Internet. Hier werden Menschen direkt und offen aufgrund ihrer Körperfülle beschimpft und diskriminiert.

In einem besonders ironischen Fall hat eine Onlinebekanntschaft über eine übergewichtige Frau gelästert, ohne zu wissen, dass sein Gegenüber selbst übergewichtig war. Er hat die übergewichtigte Frau dabei als sogenannte „Fettwachtel“ bezeichnet und dabei erwogen, auch mal nett zu dieser zu sein. Als wäre dies ein Privileg, was übergewichtigen Menschen eigentlich nicht zustünde.

Da fragt man sich doch echt, was in solchen Menschen vor sich geht und ob sie nicht mehr merken, was sie da von sich geben.

Du glaubst diese Beispiele sind Fiktion? Nein, sie sind genauso passiert. Und sie passieren vielen vielen Menschen täglich und das immer wieder.

Quelle: John Hain auf Pixabay

Ein häufiger Ort für Diskriminierung: Arztpraxen

Ein weiterer Ort für Diskriminierungen sind Arztpraxen. Ärzte, die übergewichtige Menschen vorverurteilen, ohne zum einen die genauen Hintergründe des Übergewichtes zu kennen und zum anderen ohne die Person richtig untersucht zu haben.

Da kann Frau schon mal von einer Frauenärztin zu hören kriegen, dass sie ja froh sein könne, dass der Partner sie nimmt, wie sie ist, während sie nackt und verletzlich während einer Untersuchung, vor ihr steht.

Ein weiteres Beispiel zu Frauenärzten gefällig? Eine Frau, mit bekannten Schilddrüsenproblemen, Progesteronmangel und PCO, sucht eine neue Frauenärztin auf, um den Progesteronmangel behandeln zu lassen. Die Frauenärztin glaubt ihr die (bereits diagnostizierten) Erkrankungen nicht und legt ihr Nahe, abzunehmen. Dann würden sich ihre vielfältigen Symptome (Depressionen, Ängste, seit Monaten ausbleibende Menstruation uvm.) schon von selbst erledigen. Dass die genannten Erkrankungen bekanntermaßen genau diese Symptome verursachen wird hier von einer ausgebildeten Ärztin völlig ignoriert! Stattdessen beschämt sie die Patientin, die aufgrund dessen für längere Zeit keine Frauenärztin mehr aufsucht. Warum auch – ernst genommen wird sie ja doch nicht! Also leidet sie mit all ihren Symptomen “still” weiter.

Übergewicht bei der beruflichen Einstellung

Ein anderer Fall betraf die Einstellungsuntersuchung bei einer Amtsärztin. Diese hielt die Person zwar für gesund, voll arbeitsfähig und geeignet für den Job, aber da sie zu dick sei, hielt sie eine erneute Untersuchung nach der Probezeit für angemessen. Die Arbeitsfähigkeit sollte hier erneut überprüft werden.

Ist ja klar. Die Arbeitsleistung hing ja schon immer zu 100 % vom Körpergewicht ab.

Formel:

geringes Körpergewicht = hohe und gute Arbeitsleistung.

Hohes Körpergewicht = Faulheit und Inkompetenz.

Das ist ja seit jeher bekannt. Oder bewegen wir uns hier etwa wieder im Bereich der Vorverurteilungen? 😉 Erwähnte ich, dass die genannte Person für gesund und arbeitsfähig befunden wurde?

Das ist übrigens ein ganz gängiges Klischee. Dicken Menschen wird von jeher unterstellt, faul und undiszipliniert zu sein.

Ironischerweise bemerkte selbst die Amtsärztin, dass ein derartiges Vorgehen bei Menschen die Rauchen oder Alkohol trinken seltsamerweise nicht nötig sei.

Ich möchte es noch ein drittes Mal betonen: besagte Person wurde für gesund befunden. Wie kommt man also zu diesem Ergebnis, inklusive der Vorgabe, bis zum nächsten Termin abgenommen haben zu müssen?! Wie kann sich ein Arbeitgeber heutzutage erlauben, so etwas von seinen neuen Mitarbeitern zu verlangen? Ist das nicht ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht? Ist das nicht eine Form der Diskriminierung?!

Ich verstehe ja, dass man sicher gehen möchte, dass jemand körperlich in der Lage ist, einen Job auszuüben. Mal angenommen die oben genannte Person müsste jeden Tag auf der Arbeit einen Marathon laufen und wäre dazu nicht in der Lage. Dann würde ich den Einwand verstehen, dass hier die Interessen des Arbeitgebers mit abgewogen werden müssen. Aber eine gesunden Person, für ihr Übergewicht abzustrafen, sie zu demütigen und zu beschämen, halte ich für unmöglich. Zumal es hier nur um einen Bürojob ging.

Nun mag einer meinen, dass das vielleicht nur ein kleiner Arbeitgeber gewesen sein kann, der ja nicht repräsentativ für alle sein könnte. Richtig, sicherlich geht nicht jeder Arbeitgeber so vor, aber klein ist der betreffende Arbeitgeber als Behörde ganz sicher nicht! Eine Behörde, die hier eine Vorbildfunktion in Sachen Diskriminierung haben sollte, verfährt genau nach diesem Schema!

Die Diskriminierung von Menschen mit Übergewicht hat rechtlich Bestand

Leider hat die Diskriminierung von Menschen mit Übergewicht sogar (noch) rechtlich bestand. Personen dürfen bei der Auswahl neuer Mitarbeiter abgelehnt werden, wenn sie übergewichtig sind.

Es darf (zu Recht!!) niemand aufgrund seines Alters, der Herkunft, seiner Religion, Sexualität oder einer Schwerbehinderung u.ä. diskriminiert werden. Aber es dürfen Menschen diskriminiert werden, die körperlich nicht der Norm entsprechen. Ich finde, dass ist hier der Skandal.

Hier hat der europäische Gerichtshof übrigens entschieden, dass Menschen, die so dick sind, dass sie dadurch behindert werden, nicht diskriminiert werden dürfen. Jeder, der nicht in diesen Bereich fällt, jedoch schon. Das heißt, wenn man, warum auch immer nicht dazu in der Lage ist abzunehmen und deshalb diskriminiert wird, sollte man lieber noch dicker werden, um dann nicht mehr diskriminiert zu werden? Das ist doch wohl einfach nur Irrsinn, oder?

Quelle: Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay

Sollte nicht jeder so akzeptiert werden, wie er ist?

Man wird also in dieser Gesellschaft diskriminiert, weil man nicht der Norm entspricht. Und ich frage mich, wie das sein kann, dass die Diskriminierung von übergewichtigen Menschen legitimiert wird. Es würde doch auch keiner auf die Idee kommen zu sagen, man dürfe jemanden diskriminieren, weil er lange oder kurze Haare hat, eine große oder kleine Nase besitzt o.ä. (und leider werden auch Menschen aus diesen Gründen beleidigt, das weiß ich).

Ist ein Mensch weniger wert, nur weil er nicht normalgewichtig ist? Ist er deshalb weniger liebeswert? Wird seine Arbeit deshalb schlechter, weil er übergewichtig ist?

Und ist es fair und anständig für eine zivilisierte Gesellschaft wie die unsere, Menschen so nach ihrem Aussehen zu bewerten und zu verurteilen?

Hat nicht jeder Mensch das Recht, so sein zu können, wie er ist? Möchte nicht jeder von uns er selbst sein können und dafür geliebt oder zumindest geachtet werden, wer er ist – inklusive seiner körperlichen Fülle und Erscheinung?! Und wenn diese nun mal gerade übergewichtig ist, dann eben genau so wie er grade ist!

Ja, Übergewicht kann Folgen haben

Und für die, die jetzt anmerken, dass Übergewicht ja auch negative Folgen haben kann: Ja, Übergewicht kann gesundheitliche Folgen haben (kann, nicht muss!). So kann es beispielsweise das Risiko erhöhen an Diabetes oder Herzerkrankungen zu leiden.

Aber auch das rechtfertigt keine Diskriminierung. Zumal es auch immer Gründe für das Übergewicht gibt. So kann Übergewicht nicht nur Krankheiten auslösen, sondern kann ebenso die Folge bzw. das Symptom einer körperlichen oder psychischen Erkrankung sein.

Bei jedem Menschen hat das Übergewicht einen oder mehrere Gründe. Und den meisten übergewichtigen Menschen ist bewusst, dass sie zu dick sind – ihr braucht es ihnen also nicht zu sagen! Und der Großteil weiß auch, dass zu viel Übergewicht krank machen kann. Auch das braucht ihr ihnen nicht zu sagen!

Wobei erwähnt sei, dass Übergewicht nicht wie gerne proklamiert die Lebenserwartung verringert. So kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass Übergewicht nicht automatisch und pauschal zu einer verkürzten Lebenserwartung führt. In einer Analyse zu dem Zusammenhang von Körpergewicht mit der Mortalität/Sterblichkeit und kardiovaskulären Erkrankungen, stellten Romero-Corral A et al. fest, dass Patienten mit einem BMI im Fettleibigkeitsbereich (30-35) kein erhöhtes Sterberisiko haben, während Dünne mit einem niedrigen BMI deutlich früher starben (Romero-Corral A et al. 2006: “Association of bodyweight with total mortality and with cardiovascular events in coronary artery disease: a systematic review of cohort studies.”).

Auch bei vielen schweren Krankheiten wirken sich Fettreserven positiv auf den Heilungsverlauf aus. So hatten von den über 65jährigen Herzinsuffizienz-Patienten solche die beste Prognose, die einen BMI von über 35 hatten. Die Einjahres-Sterberate betrug hier 4 %, während sie bei Menschen mit Normalgewicht (BMI 20-25) bei 23 % lag (“Dick zu sein nützt Herzinsuffizienten”, Ärzte Zeitung, 18.05.2006).

Gründe für Übergewicht

Was aber eben entscheidend ist: Es gibt immer einen Grund, warum jemand übergewichtig ist! Und selten entspricht der Grund dem gängigen Klischee eines faulen, undisziplinierten Menschen! Die Vorurteile gegenüber übergewichtigen Menschen sind verhaltenspsychologisch und neurobiologisch längst widerlegt oder wurden neu bewertet. Denn zumeist kommen einige Faktoren/Umstände zusammen, die Übergewicht begünstigen oder auslösen.

Übergewicht kann zum Beispiel, wie oben bereits angerissen, aufgrund einer Erkrankung entstehen. Zu nennen wären hier Schilddrüsenleiden oder andere Hormonmängel (Progesteron, Testosteron etc.). Sie kann aber ebenfalls eine Begleiterscheinung einer Erkrankung sein. Wenn jemand zum Beispiel lange Zeit nur liegen und sich nicht bewegen konnte.

Übergewicht kann aber auch die Folge von Medikamenteneinnahme (aufgrund eben anderer Erkrankungen) sein. Medikamente wie Cortison, Antidepressiva, Herzmittel usw. wären hier zu nennen. 

Aber auch psychische Leiden können sich auf das Gewicht auswirken. Sei es, weil sich jemand mit Depressionen nicht mehr bewegt, weil die kleinsten Dinge eine extreme Anstrengung erfordern. Oder weil er vielleicht versucht seine Gefühle mit Essen zu betäuben. Was im übrigen eine gängige, unbewusste!, Methode ist mit negativen Gefühlen umzugehen. Gerade wenn man dazu neigt, diese zu verdrängen. Um die Leere zu füllen und Verletzungen nicht mehr spüren zu müssen.

Im Übrigen auch genau die Verletzungen, die die Menschen ebenfalls aufgrund des Übergewichtes erleiden. So kann also ein Teufelskreis aus mehr Verletzungen und mehr Essen entstehen. Was dahinter steckt ist aber immer ein Leidensdruck, der ernst zu nehmen ist und der nicht einfach verurteilt werden darf.

Übergewicht kann folglich auch eine Erkrankung sein. Und so wie ein Alkoholkranker nicht diskriminiert werden darf, sollte das auch bei Essstörungen nicht erlaubt sein.     

So oder so bleibt: Ihr kennt den Leidensweg anderer nicht! Also hört auf, über diese zu urteilen!

Die Gründe für  Übergewicht sind also vielfältig. Und dennoch halten es viele Menschen für völlig legitim anderen vorzuhalten, dass sie ja zu dick seien, sie zu beleidigen und zu beschämen. Mit welchem Recht, frage ich mich da?!

Wieso diskriminiert jemand andere

Quelle: John Hain auf Pixabay

Das Ironische: Hinter dem beleidigen und beschämen anderer steckt zumeist die eigene Unsicherheit und die eigenen Selbstzweifel des Verursachers. Sein eigenes geringes Selbstwertgefühl führt ihn dazu, andere abzuwerten um sich damit selbst aufzuwerten und besser zu fühlen. Er möchte also, dass sich die andere Person genauso schlecht fühlt, wie er es selbst eigentlich tut. Und wer würde da wohl besser ins Ziel passen, als Menschen, die nicht der „Norm“ entsprechen.

Wobei die Norm nebenbei bemerkt schon gar nicht mehr Norm genannt werden dürfte. Denn wer entscheidet denn, was die Norm ist? Und gehören nicht auch Menschen mit dunkler Hautfarbe (welche ja leider sehr oft Diskriminierung ausgesetzt sind) genauso zur Norm wie übergewichtige Menschen? Ich habe gerade keine Zahlen zur Hand, aber wenn ich mir anschaue, wie viele Menschen eben nicht schlank sind, sondern, dass genauso Menschen mit etwas (oder etwas mehr) Übergewicht das Straßenbild zieren, dann frage ich mich, wie wir hier immer noch von „Norm“ sprechen können.

Umso wichtiger ist es, dass solche Diskriminierungen nicht weiter unter den Teppich gekehrt werden, sondern Gehör finden.

Wenigstens ein hübsches Gesicht – Diskriminierung muss offen gelegt werden

Ein gängiger Satz, den übergewichtige zu hören bekommen ist die Aussage „wenigstens hast du ein schönes Gesicht“. Die Instagramerin Anna Kumher nahm eigene Diskriminierungserfahrungen zum Anlass mithilfe ihres Instagram-Accountes „wenigstens ein hübsches Gesicht“ auf genau diese Diskriminierung von Übergewichtigen aufmerksam zu machen. Sie veröffentlicht Geschichten über fat shaming. Also Geschichten von Betroffenen, die aufgrund ihres Körpergewichtes diskriminiert wurden. Sie möchte damit die Diskriminierung offenlegen und aufzeigen, wie sich Menschen fühlen, wenn sie aufgrund ihres Gewichtes verurteilt, verletzt und ausgelacht werden. Eine Grundaussage dabei ist, dass jeder Körper anders ist (und akzeptiert werden sollte) und dass die Diskriminierung in unserer Gesellschaft noch viel mehr sichtbar gemacht werden und thematisiert werden muss.

Solche und ähnliche Situationen, wie die auf dem Bild geschilderte, erleben Menschen mit Übergewicht täglich!

Das fehlende Verständnis und die Vorurteile der Menschen, machen das Leben für Menschen mit Übergewicht also nicht besser. Es kann passieren, dass sich die übergewichtige Person nicht mehr zum Arzt traut oder sich nicht traut Sport zu treiben, da sie sich nicht der Gefahr aussetzen möchte, wieder verurteilt zu werden. Auch kann die Annahme der Vorurteile zu einem noch schlechteren Selbstbild mit Selbsthass führen, welches bereits bestehende Erkrankungen verschlimmern kann.

Deshalb überlegt euch genau, ob ihr Menschen mit Übergewicht verurteilen oder gar beleidigen möchtet. Jedes Wort, jeder abfällige Blick, hat großes Potential zur Zerstörung.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters – Es bedarf hier keiner Legitimierung durch andere

Gesagt sei noch, dass natürlich nicht jeder übergewichtig ist, weil er sich mit Essen betäubt oder eine Erkrankung hat. Es soll auch durchaus Menschen geben, die gerne Essen. Oder Menschen, die sich mit Übergewicht wohler und hübscher fühlen. Und auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle. Manche Menschen können schlichtweg einfach nicht dünn sein. Und das ist okay und genauso legitim. Es gibt hier kein richtig oder falsch. Denn jeder Mensch ist so, wie er ist schön und in Ordnung. Es bedarf hier keiner Legitimierung durch andere.

Im Übrigen gab es in unseren Breitengraden durchaus Zeitepochen in denen gerade die übergewichtigen Menschen als schön galten (z.B. Zeitalter der Renaissance und des Barock). Und in manchen Kulturen (z.B. Afrika) gilt die kurvige Frau auch noch heute als besonders schön und als erstrebenswerte Partnerin.

(Ich will damit aber nicht darauf hinaus, dass kurvige Menschen schöner sind als normalgewichtige oder dünne. Es gibt nämlich auch die umgekehrte Art der der Diskriminierung: skinny shaming – welche genauso zu verurteilen ist.)

Wie immer im Leben ist es alles eine Frage der Perspektive, sowie der sozialen und gesellschaftlichen Normen und Gefüge, was wir als schön und erstrebenswert ansehen.

Aber was wäre denn diese Welt, wenn wir alle gleich wären?! So wie jede Blume anders wächst und aussieht, ist es doch auch bei uns Menschen. Wir sind vielfältig und das ist wunderbar!

Wenn man dann noch schaut, wie viele Menschen nicht der „Norm“ entsprechen. Wie unterschiedlich einfach alle sind, fragt man sich doch, wieso es immer noch dazu kommen kann, dass Menschen beleidigt und diskriminiert werden. Denn perfekt ist doch keiner von uns.

Wenn du selbst übergewichtig bist, lass dir also sagen, dass du so wie du bist toll und wertvoll bist! So wie es jeder Mensch ist – egal ob groß oder klein, dick oder dünn.

Und am Ende bleibt, dass das Aussehen ohnehin eine untergeordnete Rolle spielt. Erst der Charakter macht einen Menschen wirklich schön.

Denn:

Foto: Jude Beck on Unsplash Text: Antoine de Saint-exupéry

Bist du selbst übergewichtig und hast schon mal solche Erfahrungen machen müssen? Oder kennst du vielleicht jemanden, dem es so geht?

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