Erkenne deinen Wert Teil 3: negative Glaubenssätze

Warum du wertvoll bist? Weil du DU bist!

Es gibt niemanden mit genau deiner Persönlichkeit. Mit deinen Fähigkeiten und Ideen. Niemanden, mit deiner ganz besonderen Art Dinge zu tun und deinem Stil. Mit deiner Begabung und deiner Weisheit. Mit deiner Geschichte. All diese Dinge haben sich in dir vermischt und machen dich auf diese ganz besondere Art aus. Und damit gibt es dich nur einmalig auf dieser Welt. Du bist damit etwas Besonderes und wertvoll <3

Und damit sind wir auch schon im dritten Teil der Reihe „Erkenne deinen Wert“. In diesem Teil möchte ich mich insbesondere den Themen “der innere Kritiker” sowie „negative Glaubenssätze“ widmen, weil sie einen Großteil dessen ausmachen, was der Selbstliebe im Weg steht. Um also unseren Wert mehr zu schätzen müssen wir genau diese negativen Glaubenssätze abbauen und uns mit unserem inneren Kritiker auseinander setzen.

Hier zeige ich dir auch Übungen, wie du das angehen kannst.

You are braver than you believe, stronger than you seem, smarter than you tink, loved more than you know. Bildquelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
You are braver than you believe, stronger than you seem, smarter than you tink, loved more than you know. Bildquelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Bezwinge deinen inneren Kritiker

Wir alle haben da diesen inneren Kritiker in uns, der immer wieder kritisiert, was wir tun und dabei immer auf unsere Schwächen und Unsicherheiten schaut. Diese innere Kritik, die wir uns selbst zukommen lassen, blockiert uns. Wenn wir beispielsweise eine bestimmte Aufgabe bewältigen sollen oder wollen, ist da diese kleine Stimme, die uns einschärft, dass wir das sowieso nicht schaffen. Die Stimme, die uns sagt, wir wären nicht gut genug. Die uns vorgibt, wir seien nur gut genug, wenn wir alles perfekt hinbekommen – und doch immer wieder sagt: „nicht gut genug“.

Den inneren Kritiker haben wir zumeist aus unserer Kindheit mitgenommen. Wenn wir in unserer Kindheit besonders oft hören mussten, dass etwas nicht gut genug war, speicherten wir diese Erfahrungen im Gedächtnis ab. Als Kind versuchen wir unseren Eltern zu gefallen und merken uns deshalb unbewusst, wie wir genau das erreichen. Die Fehler blieben uns dabei besonders gut im Gedächtnis, um uns vor Fehlern in der Zukunft und in Folge dessen auch vor Zurechtweisungen zu schützen.

So speicherten wir dann von klein auf ab, dass wir nur dann gut genug sind, wenn wir etwas richtig machen. Das wir nur dann Anerkennung bekommen, wenn wir etwas leisten.

Wenn wir also in der Vergangenheit besonders viel Kritik abbekommen haben und uns gleichzeitig zu wenig selbst lieben, wird auch dieser innere Kritiker besonders stark, um vor fehlender Anerkennung und Kritik von außen zu schützen.

Gleichzeitig reicht das Lob von außen niemals aus, weil der innere Kritiker selbiges nicht anerkennen kann und immer stärker mit uns schimpft.

Damit werden wir zu unserem eigenen Feind, indem wir die negativen Gedanken und Glaubenssätze immer wieder wiederholen und ständig an uns selbst zweifeln. Zudem internalisieren wir sie. Das heißt, wir nehmen die negativen Annahmen über uns selbst an und glauben sie.

Mache dir deine negativen Gedanken über dich selbst bewusst

Versuche mal aktiv in dich hinein zu hören, was dir dein innerer Kritiker einflüstert. Und schreibe alles auf, was du so an negativem zu dir sagst.

Was denkst du nun, wenn du deine Worte liest? Kann es gerechtfertigt sein, was da alles steht?

Meist sind wir überrascht, wie gemein wir zu uns selbst sind, wo wir doch zu anderen (in der Regel) niemals solche Dinge sagen würden.

Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie unfair wir zu uns selbst sind. Dies kann dem Kritiker seine Schärfe nehmen.

Trau keiner Stimme in deinem Inneren die nicht liebevoll zu dir spricht. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Trau keiner Stimme in deinem Inneren die nicht liebevoll zu dir spricht. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Versuche auf Abstand zu gehen

Probiere nun Abstand zu deinen negativen Gedanken zu gewinnen, wenn sie mal wieder aufkommen. Versuche dabei eher ein stiller Beobachter zu sein, anstatt sie die gemeinen Worte anzunehmen. Du musst deinem inneren Kritiker nicht glauben und die Worte für dich annehmen.

Versuche die Gedanken an dir vorbei ziehen zu lassen und keine Macht über dich übernehmen zu lassen. Mit dem vorüberziehen lassen, gewinnst du automatisch Abstand und kannst Klarheit darüber gewinnen, ob du diese Dinge wirklich annehmen willst oder dir lieber selbst in einem inneren Dialog widersprichst.

Versuche zwischen den Zeilen zu lesen und tröste deinen inneren Kritiker

Versuche in diesen Momenten lieber Mitgefühl mit dir selbst zu haben und darauf zu achten, dass du mit dir so sprichst, wie du auch mit anderen sprechen würdest (wie in Teil 2 beschrieben).

Auch kannst du deinen inneren Kritiker trösten. Eigentlich möchte er dich beschützen und hat Angst vor dem Scheitern. Er möchte dir mit seiner Kritik etwas sagen. Wenn er sagt, du kannst etwas nicht, steht dahinter vielleicht die Angst, dass du etwas nicht schaffst und was passiert, wenn du es versuchst. Versuche auch hier die Position eines Außenstehenden einzunehmen und deinen inneren Kritiker wie ein Kind zu trösten. Denn zumeist spricht hier dein inneres Kind, das ganz ängstlich ist und eigentlich ganz viel Liebe benötigt. Deshalb versuche in diesen Momenten ihm gegenüber (und damit auch dir) tröstende und ermutigende Worte zu finden – und gleichzeitig in der Position des außenstehenden Beobachters zu sein und seine fiesen Worte nicht anzunehmen.

Führe einen inneren Dialog mit deinem Kritiker

Du kannst dabei auch in einen inneren Dialog mit deinem inneren Kritiker gehen, der zum Beispiel so aussehen könnte:

Kritiker: Du schaffst das doch sowieso nicht. Du bist nicht gut genug dafür.

Du: Wieso sollte ich das nicht schaffen?

Kritiker: Na weil du noch nie vor so vielen Menschen eine Rede gehalten hast. Du wirst versagen.

Du: Stimmt, ich kann noch nicht vor Menschen auftreten. Aber wenn ich es nie probiere, werde ich auch nie lernen, es zu können.

Kritiker: Was, wenn du versagst?

Du: Dann probiere ich es ein anderes Mal erneut. Aber vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, wie ich schon vorab üben kann vor Menschen zu reden. Hast du eine Idee?

Kritiker: Du könntest ja mal deine Freunde fragen.

Und schwupp befindet man sich auf dem Weg der Lösungsfindung und verharrt nicht mehr in negativen Selbstbeschimpfungen.

Widerspreche deinem inneren Kritiker

Wenn dein innerer Kritiker mal wieder besonders laut ist, kannst du ihm auch einen Gegenpart gegenüber stellen. Die Stimme des Wohlmeinenden, deines Freundes, der dem Kritiker etwas entgegen setzt. Wenn dein Kritiker dir weiß machen möchte, dass du etwas nicht schaffst und deshalb lieber lassen solltest, könnte dir dein innerer Freund sagen, dass du es doch mal ausprobieren kannst und du es schon hinbekommen wirst. Versuche deinem inneren Freund dabei mehr zu glauben, als deinem inneren Kritiker.

So kann dein innerer Freund mit der Zeit immer lauter werden.

Wenn du möchtest, kannst du deine negativen Gedanken sowie die dazu gehörigen positiven Entgegnungen auch aufschreiben. Denn wie heißt es so schön: was man aufschreibt, verinnerlicht man auch besser. Das Hauptaugenmerk sollte hierbei dann natürlich auf den positiven Gedanken liegen.

Du bist der Gestalter deiner Selbst

Das schöne ist, dass wir Einfluss auf unsere Gedanken haben und selbst in der Hand haben, welche Stimme wir lauter werden lassen.

Je mehr du dich mit deinem inneren Kritiker auseinander setzt, desto mehr wächst und entwickelst du dich weiter. Und desto mehr kann das negative Selbstgespräch zu einem ermutigendem Selbstgespräch werden.

Auch wenn der Kritiker nie ganz verschwinden mag, so können wir ihm doch einiges entgegen setzen. Und mit viel Mut der Selbstliebe entgegen gehen.

Stärke deinen inneren Freund

Aber auch wenn dein innerer Freund, der Anteil in dir, der sich selbst liebt, im Moment noch ganz klein sein mag, so kannst du ihn bestärken, größer zu werden. Und somit deinem inneren Kritiker ein Schnippchen schlagen, so dass er gar nicht mehr so laut sein kann.

Übung

Hierfür stelle dir deinen inneren Freund, deinen Selbstliebeanteil einmal vor. Was empfindet er dir gegenüber? Und was würde er empfinden, wenn er schon ganz groß wäre?

Was wäre, wenn er, und damit du selbst dich schon in voller Größe lieben würdest? Wie wäre dein Leben, wenn du dich über alles lieben würdest?

Wo würdest du leben und mit wem? Wie würdest du aussehen? Welchen Job hättest du? Welchen Partner und welche Freunde? Wie würdest du dich Verhalten, dir selbst und anderen gegenüber? Was wären deine Gedanken, wie deine Gefühle, dein Sprechen und dein Handeln?

Wie wärst du, wenn du dich lieben würdest?

Versuche dir diese Vorstellung immer wieder abzurufen. Denn deine Gedanken formen Realitäten. Und je öfter du dir vorstellst, was sein kann und an deiner Selbstliebe arbeitest, desto mehr begibst du dich auf den Weg zu dieser Vorstellung hin.

Überlass die Entscheidung, ob du liebenswert bist, nur einem Menschen: Dir. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Überlass die Entscheidung, ob du liebenswert bist, nur einem Menschen: Dir. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Arbeite an deinen Mustern und Glaubenssätzen

Ein Teil des inneren Kritikers sind die negativen Glaubenssätze, die wir alle mit uns herum tragen. Sie erfordern ein besonderes Augenmerk.

Wie viele von uns, die noch dabei sind zu lernen sich selbst zu lieben, haben immer wieder Gedanken wie „Ich schaffe das nicht, ich bin nicht gut genug.“ Oder „Ich bin dumm. Ich kann das einfach nicht lernen und jeder andere schafft das.“.

Diese wiederkehrenden, negativen Gedanken haben ihren Ursprung in unserer Vergangenheit, zumeist in unserer Kindheit. Sie tauchen immer wieder in unserem Leben auf und machen uns das Leben schwer. Denn mit der Zeit haben wir diese Muster und Glaubenssätze so sehr verankert, dass wir sie (unbewusst) glauben und immer wieder wiederholen.

Um sich selbst lieben zu lernen und den eigenen Wert zu schätzen, ist es deshalb wichtig, sich mit seiner Geschichte und seinen Themen auseinander zu setzen. Und damit auch im Detail mit seinen eigenen Verhaltens- und Beziehungsmustern und seinen negativen Glaubenssätzen.

Wir müssen uns mit unseren Glaubenssätzen auseinander setzen

Wir müssen uns mit ihnen auseinander setzen, um sie zu identifizieren und sie mit neuen Mustern und Glaubenssätzen zu „überschreiben“.

Wenn wir zum Beispiel Liebe als etwas kennen gelernt haben, was wir uns immer wieder verdienen müssen, dann neigen wir vielleicht auch als Erwachsene in Beziehungen dazu, alles für den anderen zu tun, weil wir das Gefühl haben, die Liebe nur zu verdienen, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse hinten an stellen.

Vielleicht haben wir Liebe auch als etwas kennen gelernt, das distanziert ist und so „suchen“ wir uns unbewusst vielleicht immer wieder Partner, die diese Art von Liebe „versprühen“. Denn das ist ein bekanntes Muster und das Bekannte fühlt sich sicherer an, als das Unbekannte – auch wenn wir eigentlich wissen, dass wir so eine „Liebe“ nicht wollen.

Sich Muster bewusst zu machen ist der erste Schritt, um sie zu verändern

Sich dieser Muster bewusst zu werden, kann helfen, für sich festzustellen, was man nicht mehr möchte und wo man die Grenze ziehen will. Wenn wir beim obigen Beispiel bleiben, dann eben bei zukünftigen Partnern und Beziehungen mit diesen.

Wenn wir lernen Grenzen zu setzen kann das hart sein, aber mit der Zeit werden wir so nur noch Menschen in unser Leben lassen, die diese auch beachten und nicht überschreiten. Und somit werden wir dann auch die Liebe bekommen, die akzeptiert, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse ebenso berücksichtigen wie die ihren.

Aber auch hierfür müssen wir unseren Wert kennen. Denn wenn wir lernen uns selbst zu lieben, zu vertrauen und zu glauben, dann lernen wir auch, uns selbst so wichtig zu nehmen, dass wir auch ohne einen Partner glücklich sein können. Und somit den (zukünftigen) Partner nicht mehr als dringende Notwendigkeit sehen, der unsere Lücken füllen muss und als Ersatz für die fehlende Liebe aus der Vergangenheit herhalten muss. Er stellt vielmehr eine Bereicherung in unserem Leben dar.

Wenn wir verstehen, dass der Partner uns nicht heilen und somit keine Kompensation sein kann, werden wir lernen, uns an erste Stelle zu setzen und uns selbst zu lieben. Wenn wir uns selbst lieben, werden wir nicht mehr bereit sein, uns schlecht behandeln zu lassen, denn wir kennen unseren Wert und wissen, dass wir besseres verdienen. Und wir werden merken, dass wir keinen Partner brauchen –  und erst recht keinen, der uns nicht gut tut. Warum sollten wir dann also an jemandem festhalten, der uns nicht gut tut, wenn wir uns selbst doch schon genug sein können.

Wenn wir uns jedoch selbst nicht lieben können, werden wir immer das Gefühl haben, ungeliebt zu sein. Denn Selbstliebe ist die Voraussetzung, um anderen zu glauben, dass sie uns lieben und ihre Liebe annehmen zu können.

Wenn du dich selbst nicht liebst, wirst du immer denken, dass es nicht wahr sein kann, dass andere dich lieben. Du wirst dann vielleicht glauben, dass die anderen nicht die Wahrheit sagen oder irgendwas von dir wollen. Dass du irgendwas für sie tun musst, damit sie bei dir bleiben. Und dass sie vielleicht nur vorgeben, dich zu mögen. Was nicht mit deiner Wahrheit “ich bin nicht liebenswert” übereinstimmt, lehnst du damit ab.

Unsere negativen Muster haben eine Schutzfunktion

Aber die negativen Muster, so schlecht sie auch für uns sein mögen, haben in der Vergangenheit meistens einen Sinn gemacht. Sie waren Verhaltensweisen, mit denen wir uns schützen wollten. Wenn wir alles für den anderen getan haben, dann deshalb, weil wir als Kinder unser überleben sichern wollten. In diesem Moment war das zurück stellen der eigenen Bedürfnisse eine Stärke. Und das anzuerkennen ist wichtig.

Wenn wir diesen ungesunden Mustern folgten oder noch folgen, waren wir genauso wenig schlecht, wie ohne diese Muster. Seine Muster anzugehen bedeutet nicht, dass man vorher unvollkommen und weniger wert war.

Es bedeutet nur, weiter zu gehen und sich bei seinen alten Mustern zu bedanken, dass sie uns geschützt haben. Und ihnen gleichzeitig „mitzuteilen“, dass wir sie nun nicht mehr in unserem Leben haben möchten, da wir nun auf gesunde Art und Weise für uns sorgen wollen. Und dann sollten wir nach Verhaltensweisen suchen, die uns denselben nutzen bringen, wie die alten Muster – nur in gesünder.

Überschreibe deine negativen Glaubenssätze

Wenn wir uns beispielsweise schwer tun, uns auf Beziehungen und Nähe einzulassen, kann dies daran liegen, dass wir uns nicht abhängig fühlen wollen und unsere Autonomie behalten möchten. Hier wäre es dann wichtig, die eigene Unabhängigkeit zu bewahren, in dem wir lernen für unsere Grenzen und Bedürfnisse einzustehen.

Auch können wir Unabhängigkeit bewahren, in dem wir zum Beispiel ein Leben neben unserem Partner haben. Eigene Freunde, eigene Hobbys und ein eigener Job. So bleiben wir autonom, können aber ebenfalls Nähe zulassen – unter unseren Bedingungen.

Die Aufarbeitung der eigenen Muster und Glaubenssätze ist niemals einfach. Deshalb scheue dich nicht, dir professionelle Hilfe zu suchen, um sie bearbeiten und auflösen zu können.

Als ersten Ansatz habe ich hier eine Übung für dich, mit der du dir deine negativen Glaubenssätze ansehen und neue positive Glaubenssätze erarbeiten kannst.

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Übung: Schaue dir deine Glaubenssätze an und ersetze sie durch neue

Schritt 1.)

Setze dich gemütlich und in Ruhe hin und überlege dir, welche Glaubenssätze du aus deiner Kindheit mit in dein Erwachsenenleben mit genommen hast. Glaubenssätze, die immer wieder in deinem Leben auftauchen und dir im Weg stehen glücklich zu werden.

Schreibe dir diese Glaubenssätze auf und lasse Platz neben den einzelnen Glaubenssätzen. Wir werden hier später noch etwas hinzufügen.

Was wurde dir in deiner Vergangenheit „eingetrichtert“? Welche Glaubenssätze gehen dir unbewusst immer wieder in den unterschiedlichsten Situationen durch den Kopf? Von wem kam der jeweilige Glaubenssatz, den du verinnerlicht hast?

Ist das wirklich dein eigener Glaubenssatz oder gehört er eigentlich nach außen, wo er herkam? Zu deinen Eltern, Großeltern, Lehrern, Ex-Partnern, Freunden u.ä.?

Mach dir klar, dass das nicht deine eigenen Worte sind. Nicht deine Glaubenssätze. Sie wurden dir auferlegt. Schaue dir deine Gefühle dabei an und was es mit dir macht. Lasse sie zu, denn das gehört zur Verarbeitung dazu.

Und verstehe, dass sie nicht deine Glaubenssätze bleiben müssen.

Schritt 2.)

Wenn du dir nun diese Glaubenssätze ansiehst, überlege im nächsten Schritt, welche Argumente gegen diese Glaubenssätze sprechen.

Bei dem Glaubenssatz „Ich bin dumm.“ könntest du zum Beispiel aufschreiben, dass du in der Schule gute Noten hattest oder vielleicht die Ausbildung oder das Studium so gut geschafft hast. Aber auch ohne gute Noten bist du nicht dumm. Vielleicht gelingt es dir gut, Sprachen zu lernen oder die Steuererklärung ist ein Klacks für dich. Es gibt so viele Dinge, die zeigen, dass du nicht dumm bist, sondern klug. Dabei geht es nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen. Jeder hat ganz unterschiedliche Fähigkeiten und ist in unterschiedlichen Dingen besonders gut. Trotzdem stimmen diese Zuschreibungen nicht, die dir auferlegt wurden.

Kann der Grundsatz damit der Wahrheit entsprechen? Oder ist er „nur“ eine Art gewesen, dich klein zu machen? Wozu diente er? Warum könnte die Person, die dir dies eingeimpft hat, es dir gesagt haben? Vielleicht war die Person, die es dir gesagt hat, innerlich sehr unsicher und wollte dich klein machen, um sich selbst größer zu fühlen.

Dir fallen bestimmt einige Argumente ein, wieso die Glaubenssätze nicht stimmen und dass sie viel mehr mit der Person zu tun haben, die sie dir eingebläut hat, als mit dir selbst.

You are worthy of love. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Schritt 3.)

Deshalb wird es nun Zeit, diese loszuwerden.

Wenn du dies getan hast, kannst du, wenn du magst, als nächsten Schritt all diese falschen, von außen auferlegten, negativen Glaubenssätze zerreißen oder verbrennen. Genau so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Denn sie sind nicht ein Teil von dir, sondern wurden dir auferlegt.

Natürlich können wir sie damit nicht einfach auslöschen, aber wir können uns selbst symbolisieren, dass es Zeit wird sie loszulassen und den Weg frei zu machen für neue Glaubenssätze. Glaubenssätze, die wirklich zu dir gehören, zu dir passen und die du dir selbst zuschreibst.

Schritt 4.)

Als nächsten Schritt nehme dir also ein Kissen, ein Kuscheltier, eine Figur oder etwas Ähnliches und setze es vor dich hin. Es soll etwas positives, nettes sein, denn es soll dich selbst symbolisieren.

Du könntest auch ein Foto von dir selbst daran befestigen, wenn es dir schwer fällt, dich selbst in einem Kissen oder einer Figur zu sehen.

Betrachte dich dann selbst und überlege dir, was du alles schon in deinem Leben erreicht hast, was deine Stärken sind usw. (Entsprechend des ersten Teiles dieser Reihe).

Welcher Glaubenssatz würde viel besser zu dir passen?

Versuche, entsprechend dieser Stärken und überwundener Herausforderungen, positive Glaubenssätze zu finden, die viel besser zu dir passen. Schreibe auch diese auf und lasse neben ihnen Platz.

Du kannst dabei auch deine negativen Glaubenssätze umdrehen. Wenn wir bei dem Beispiel von oben bleiben „Ich bin dumm.“, dann wäre der umgekehrte Glaubenssatz „Ich bin klug/Ich habe Köpfchen.“ o.ä.

Versuche hierbei das Wörtchen nicht zu vermeiden, da das für unser Unterbewusstsein zu umständlich gedacht ist und es aus dem eigentlich positiven Satz, einen negativen Satz verstehen könnte.

Fühle dabei in jeden Glaubenssatz rein, ob er stimmig für dich ist. Wenn sich „Ich bin klug.“ nicht stimmig anfühlt, da es zu stark ist und du dich noch gar nicht so klug fühlst, dann könntest du so etwas formulieren wie „Ich bin klug genug.“. Also erstmal eine abgeschwächtere Form (die du später dann vielleicht irgendwann doch noch in “Ich bin klug.” wandeln könntest, wenn du die Übung wiederholst). Es ist nämlich wichtig, dass du die Glaubenssätze auch annehmen kannst.

Du kannst aber auch ganz neue Glaubenssätze finden, die nicht das Gegenteil von deinen negativen Glaubenssätzen sind.

Zum Beispiel könntest du dir selbst den Glaubenssatz zuschreiben: „Ich bin eine humorvolle, starke Frau, die gut anpacken kann“.  Oder „Ich bin mit all meinen Stärken und Schwächen ein starker, liebenswerter Mann“.

Und den ganz, ganz wichtigen Glaubenssatz: „Ich bin gut, wie ich bin!“.

Finde hier so viele Glaubenssätze wie dir einfallen und versuche sie anzunehmen. Du kannst sie auch auf einzelne Zettel schreiben und aufhängen, um sie dir so immer wieder anzusehen und zu verinnerlichen.

Vielleicht fallen dir am Anfang nicht so viele ein, aber das macht nichts. Oft fällt einem nach und nach immer mehr ein. Und wenn nicht, wiederholst du die Übung einfach nochmal an einem anderen Tag.

Die Glaubenssätze können dabei ganz detailliert sein, dürfen aber auch ganz kurz sein. Mache es so, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Schritt 5.)

Wenn du alle positiven Glaubenssätze aufgeschrieben hast, schreibe nun dazu, welche Argumente dafür sprechen, dass diese Glaubenssätze wahr sind.

Wenn dein positiver Glaubenssatz „Ich bin wichtig.“ heißt,  könntest du aufschreiben warum du wichtig bist.

Du bist wichtig, ganz einfach, weil jeder Mensch wichtig ist. Zudem bist du dir selbst wichtig (sonst würdest du nicht an deinen Glaubenssätzen arbeiten). Außerdem bist du wichtig, weil die Personen XYZ (Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen etc.) dich nicht missen wollen würden. Auch bist du wichtig, weil du eine ganz bestimmte Aufgabe hier zu erfüllen hast. Zum Beispiel anderen Menschen zu helfen.

Du kannst hierbei auf deine Erfahrungen und deine Stärken, auf deine gemeisterten Hürden und vieles mehr zurück greifen, um gute Argumente zu finden, die dich überzeugen.

Beispiele für negative Glaubenssätze:

„Ich bin nicht gut genug.“

„Ich bin wertlos.“

„Ich kann nichts.“

„Ich bin nicht liebenswert.“

„Ich bin nicht wichtig.“

„Ich bin dumm.“

„Ich bin hässlich.“

„Ich kann nichts.“

„Ich muss alles tun, was der andere will, denn ich muss mir seine Liebe verdienen.“

„Nur wenn ich Erfolg im Leben und im Beruf habe, bin ich etwas wert.“

„Stolz auf sich selbst zu sein und sich zu mögen ist arrogant.“

Beispiele für positive Glaubenssätze:

„Ich bin gut.“

„Ich bin genug.“

„Ich bin wichtig.“

„Ich bin liebenswert.“

„Ich bin toll.“

„Ich kann ganz viel.“

„Ich schaffe alles, was ich schaffen möchte.“ (und wenn nicht, bin ich genauso viel wert wie vorher)

„Ich werde geliebt.“

„Ich bekomme genug.“

„Ich bin schön.“

„Meine Bedürfnisse sind wichtig.“

„Ich darf eine eigene Meinung haben und mich wehren.“

„Ich darf ich selbst sein.“

„Ich darf mich abgrenzen.“

Fazit

Um deinen Wert zu erkennen und der Selbstliebe näher zu kommen, ist es wichtig, sich deinem inneren Kritiker entgegen zu stellen. Auch ist es sinnvoll, dich mit deinen negativen Glaubenssätzen zu beschäftigen und sie mit positiven Glaubenssätzen zu überschreiben. So wirst du nach und nach immer mehr spüren, was du alles kannst und bist.

Das funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen, aber je öfter du dich dem Thema widmest, desto mehr kommst du dahin, dich mehr zu mögen und zu lieben.

Wenn ich dir etwas geben könnte, dann würde ich dir die Fähigkeit geben, dich selber so zu sehen, wie andere dich sehen. Damit du erkennen kannst, was für ein besonderer Mensch du bist. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Wenn ich dir etwas geben könnte, dann würde ich dir die Fähigkeit geben, dich selber so zu sehen, wie andere dich sehen. Damit du erkennen kannst, was für ein besonderer Mensch du bist. Bild-Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Wenn du magst, lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie dir dieser Artikel gefallen hat. Was konntest du über dich lernen? Was sind deine negativen und positiven Glaubenssätze?

Hier findest du Teil 1 der Reihe “Erkenne deinen Wert- Teil 1

Hier findest du Teil 2 der Reihe “Erkenne deinen Wert Teil 2- Selbstliebe lernen und praktizieren

2 Gedanken zu „Erkenne deinen Wert Teil 3: negative Glaubenssätze“

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