Erkenne deinen Wert – Teil 1

Die Resonanz auf meinen letzten Beitrag, zum Thema toxische Familien, hat mir gezeigt, wie viele von euch leider ebenfalls solche Erfahrungen machen mussten. Bereits während des Schreibens und auch beim Lesen eurer Kommentare (bei FB u.ä.) wurde mir nochmal bewusst, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben und seinen eigenen Wert zu erkennen – insbesondere wenn andere versuchen einem den Wert abzusprechen.

Deshalb möchte ich heute über genau dieses Thema schreiben. Denn du bist wertvoll und wundervoll, und ich möchte, dass du das weißt.

Ich werde dieses Thema in 2 oder vielleicht sogar 3 Teile aufteilen, da das Thema den Rahmen eines einzigen Blogartikels sprengen würde und ich dem Thema gerne den Raum geben möchte, den es verdient.

Du bist wertvoll

Du bist wertvoll! JA! DU bist toll! Du bist wertvoll einfach, weil du wertvoll bist. Ohne Zweifel, ohne Fragezeichen! Du bist wertvoll und du musst es niemandem beweisen!

Ich bin wertvoll, weil ich wertvoll bin. Ich muss es nicht beweisen. 

Letter board Spruch

Quelle. healthyfeelings.de
Ich bin wertvoll, weil ich wertvoll bin. Quelle: healthyfeelings.de

Es ist so schade, dass es so viele Menschen gibt, die ihren eigenen Wert nicht erkennen. So viele Menschen, die durch das Verhalten anderer Menschen immer wieder an sich Zweifeln und das Gefühl haben, nicht wertvoll  und liebenswert zu sein.

Dabei ist jeder von uns von Geburt an wertvoll. Jeder Mensch, jedes Individuum, ist etwas Besonderes und damit wertvoll. Das jemand ein wertvoller Mensch ist, ist dabei an keinerlei Bedingungen geknüpft.

Jeder Mensch hat Liebe und Zuneigung verdient. Und jeder Mensch ist vom Grunde her genau so wie er ist gut und liebenswert.

Und damit hat es ein jeder verdient mit Respekt und Würde behandelt zu werden. Egal ob jung oder alt, ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe. Und unabhängig von der Körperform. Egal ob eher still oder eher laut. Jeder ist wertvoll. Ohne Einschränkung!

Und auch du bist wertvoll! Und es ist wichtig, dass du das erkennst.

Lass dir von niemandem einreden, du wärst für etwas nicht gut genug. Du bestehst aus Träumen, Sehnsüchten, Freuden und auch aus Fehlern. Und genau das macht dich zu einem perfekten Menschen. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Lass dir von niemandem einreden, du wärst für etwas nicht gut genug. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Lass nicht zu, dass andere deinen Wert zu schmälern versuchen

Denn wer seinen eigenen Wert nicht erkennt, lässt im Zweifel auch zu, dass andere seinen Wert schmälern, weil er unbewusst das Gefühl hat, nichts Besseres zu verdienen. Deshalb ist es wichtig, daran zu arbeiten, sich selbst zu lieben und den eigenen Wert zu erkennen. Hierfür gibt es ein paar Tipps und Tricks bzw. Übungen, die ich dir gerne vorstellen möchte.

Wie du lernen kannst deinen eigenen Wert zu erkennen

1. Sei stolz auf dich

Mach dir klar, was du bisher im Leben alles für Hürden genommen und überstanden hast. Was du geschafft und im wahrsten Sinne überlebt hast.  Was für Erfolge du verzeichnen konntest, was du schon alles gelernt hast und wie du dich weiter entwickelt hast.

Wie vielen Menschen du geholfen hast, wie viele  Menschen du mit deinem einfachen sein bereichert hast. Und wie viele Menschen durch dich lernen durften (ja, auch wenn du mal einen Fehler gemacht hast, hat das am Ende dazu geführt, dass ein anderer Mensch gelernt hat – und du sicherlich auch).

Und mach dir klar, was du für ein wunderbar toller Mensch bist! Wie wunderbar schön es ist, dass es dich gibt und du hier bei uns bist! Du hast so viele tolle Stärken! Mach sie dir klar!

Notiere deine Stärken

Und dafür kann es so hilfreich sein, wenn man sie sich alle notiert. (Diese Übung erkläre ich genauer in dem Artikel 14 Übungen um dein Selbstbewusstsein zu stärken).

Genauso wie die Erfolge und Hürden, die du genommen hast. Nicht nur die großen wie ein Abschluss oder ähnliches. Die auch – aber auch so viel mehr. Dass du eine Trennung überstanden hast, dass du für deine Grenzen eingestanden bist, dass du einfach nur diesen doofen Tag geschafft hast, dass deine Pflanzen unter deiner Hand so schön blühen. Es gibt tausend Dinge die du schon wunderbar toll geschafft hast. Feier dich dafür!

Man sagt ja, Stolz sei eine Sünde! Ich denke das ist falsch bzw. Definitionssache! Ich glaube, dass es gut und hilfreich ist, wenn du stolz auf etwas bist, was du geschafft hast! Das ist nicht verwerflich oder etwas was man nicht sein darf! Nein, du darfst stolz sein und dich freuen! Stolz ist nur dann schlecht, wenn wir uns damit für etwas Besseres halten als andere und ihnen damit etwas schlechtes tun wollen. Stolz ist aber immer genau dann richtig, wenn du dir selbst damit etwas Gutes tust!

Also: Sei stolz auf dich! 🙂

Dasselbe gilt übrigens für Selbstlob. Selbstlob stinkt nicht, Selbstlob bedeutet sich selbst oder die eigenen Taten gut zu finden und sich selbst Liebe zukommen zu lassen. Und das ist nichts schlechtes. Schlecht ist es auch hier wieder nur dann, wenn man damit anderen das Gefühl geben möchte, was schlechteres zu sein als man selbst.

Sei wie diese Blumen. Jede von ihnen ist anders und einzigartig. In Farbe, Form und Größe. Und dennoch ist jede von ihnen wunderschön. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Sei wie diese Blumen. Jede von ihnen ist anders und einzigartig. In Farbe, Form und Größe. Und dennoch ist jede von ihnen wunderschön. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

2. Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Taten

Gedanken schaffen Lebensrealität. Erlaube niemandem dich schlecht zu behandeln (okay, das müsste eigentlich Nr. 1 sein, aber das habe ich jetzt mal vorausgesetzt)! Machst du schon? Gut! Warum behandelst du dich dann selbst schlecht? Ja du, dich! Diese Gedanken, die du immer wieder hast:

„Ich bin nichts wert“

„Andere können das viel besser/sind toller“

„Ich bin zu dick, zu klein, zu groß, zu leise, zu laut….“

Nein, bist du nicht! Du bist toll wie du bist! Stoppe diese Gedanken, wenn sie kommen. Sie dürfen da sein, weil jedes Gefühl von dir in Ordnung ist. Aber bringe dich selbst zur Räson und widerspreche dir! Frage dich, ob du so etwas auch zu anderen sagen würdest, was du dir da gerade selbst sagst. Und versuche dann in diesem Moment lieber etwas zu finden, was gut an dir ist. Denn da gibt’s eine große Menge!

Auch kannst du versuchen, deine negativen Gedanken in positive umzudeuten und damit zu reframen. Reframen bedeutet, einer Situation einen anderen (positiven) Rahmen zu geben. Sie also aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ein Beispiel hierfür wäre „Ich bin nicht zu dick, ich bin nur zu klein für mein Gewicht“ (in Bezug auf den BMI). Oder auch „Ich bin nicht zu dick. Meine Schönheit braucht Platz.“

Lege weniger Wert auf dein Gewicht, sondern mehr Gewicht auf deinen Wert. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Lege weniger Wert auf dein Gewicht, sondern mehr Gewicht auf deinen Wert. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Versuche also so gut es geht positiv über dich selbst zu denken. Denn positive Gedanken, werden zu einer positiven Ausstrahlung und führen langfristig zu einem besseren Selbstbewusstsein und einer anderen Art zu Handeln. Und damit auch zu mehr Selbstliebe.

Deshalb ist es so wichtig, dass du dich wertschätzend behandelst! Denn du bist die wichtigste Person in deinem Leben. DU bist die Person, die immer da ist und da sein wird. Du bist die Person, die du am besten kennst. Und damit die längste und beste Beziehung deines Lebens.

Du würdest doch deine Lieblingsmenschen auch nicht beschimpfen und ihnen sagen, dass sie zu dick oder zu dumm seien oder?

Deshalb behandle dich selbst so, wie du auch deine Lieblingsmenschen behandeln würdest.

Was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

3. Verändere dich für niemanden – außer für dich selbst

Verändere dich für niemanden. Lasse dir nicht sagen, dass du nicht gut genug bist. Denn du bist schon gut, wie du bist! Und so wie du bist wertvoll!

Genauso, wie du sein solltest, bist du auf die Welt gekommen. Wieso sollte Gott oder das Universum (oder was auch immer) da einen Fehler gemacht haben? Du bist du und du bist gut wie du bist! Und so, wie jeder Mensch, ein wundervolles Individuum mit ganz eigener Persönlichkeit, die es so kein zweites Mal gibt. In uns sind so viele Persönlichkeitsaspekte und alle gehören zu uns. Sie machen uns zu dem was wir sind. Wir können gleichzeitig ängstlich und mutig sein. Stark, aber auch mal schwach.. Wir sind mal intelligent, mal unwissend. Mal verantwortungsbewusst, mal verantwortungslos. Wir haben so viele Persönlichkeitsanteile und so viele verschiedene Aspekte und Rollen in uns, die es in der Zusammensetzung nur einmalig gibt – in dir.

Natürlich kannst du versuchen so zu tun, als wärst du jemand anderes, um irgendwelchen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber eines wirst du damit nicht werden: glücklich.

Persönlichkeitsentwicklung ist deshalb nicht immer gut

Deswegen ist Persönlichkeitsentwicklung auch schlecht, wenn sie aus den falschen Gründen geschieht. Wenn du dich verändern willst, weil du denkst, nicht gut genug zu sein und einem Anspruch genügen zu müssen, den die Gesellschaft vielleicht vor gibt. Einem Anspruch von Erfolg, gutem Aussehen, Reichtum etc. Dem Anspruch vielleicht besonders taff, ehrgeizig und erfolgreich zu sein u.ä.

Wenn du diesen Dingen hinterher jagst, um damit deinen fehlenden Wert auszugleichen zu versuchen, dann wirst du nicht glücklich, sondern unglücklich werden. Denn dann lebst du nicht das Leben, das zu dir passt, sondern das, was du meinst erfüllen zu müssen.

Wenn du fortwährend denkst du müsstest anders und besser sein, wirst du nie sehen und schätzen können, was du genau jetzt schon bist. Dann ist dein Blick nur auf andere und dem Vergleich mit diesen gerichtet. Nur auf das, was in der Zukunft sein könnte und nicht auf das, was du in der Gegenwart schon kannst und bist.

Verändere dich nicht, damit andere dich mögen. Sei du selbst, damit dich die Richtigen lieben. 

Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Verändere dich nicht, damit andere dich mögen. Sei du selbst, damit dich die Richtigen lieben.
Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Wenn du lebst, was du bist und fühlst, wirst du glücklich werden

Zu versuchen, jemand zu sein, der man nicht ist, sorgt jedoch nur für Stress, Unwohlsein, kann krank machen und macht uns nur unglücklich. Deshalb ändere dich für niemanden – außer für dich selbst. Denn wenn du lebst, was du bist und fühlst, wirst du auch Zufriedenheit und Liebe dir selbst und deiner Umwelt gegenüber empfinden.

Weiterentwicklung ist gut und wichtig, aber nur wenn sie aus eigenem Antrieb entsteht. Ansonsten ist Veränderung zum Scheitern verurteilt. Deshalb sollte der einzige Grund dich zu verändern, der sein, dass du dir selbst etwas Gutes tun willst, ohne dein Selbst komplett verändern zu wollen. Weiterentwicklung ist gut, wenn sie bedeutet, dich selbst zu lieben und anzunehmen.

Eine Freundin aus meiner Lieblings-Facebook-Gruppe hat zu dem letzten Artikel diesen schönen Satz gepostet, den sie in einem Seminar gelernt hat. Er fasst das Thema wunderbar zusammen:

„Ich bin ich und ich bin gut, wie ich bin. Wenn ich mich weiterentwickeln möchte, dann aus eigenem Antrieb.“

4. Hör auf dich mit anderen zu vergleichen

Deshalb höre auch auf, dich mit anderen zu vergleichen. Denn uns mit anderen zu vergleichen wäre so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Jeder Mensch ist anders, hat eine andere Persönlichkeit und eine andere Geschichte. Deshalb ist es falsch zu glauben, wir könnten und sollten wie sie sein.

Und deshalb sage ich, hör auf dich mit ihnen zu vergleichen. Denn wenn du immer schaust, was andere haben, wirst du nie sehen und genießen können, was du selbst hast. Und wenn du immer wieder denkst, du müsstest besser sein, erreichst du kein besseres Selbstbewusstsein, sondern befeuerst deine Minderwertigkeitskomplexe.

Um selbstbewusster zu werden und dich selbst zu lieben, ist es unabdingbar, aufzuhören dich mit anderen zu vergleichen und dir selbst einzureden, dass du nicht gut genug wärst.

Darauf zu schauen, was du selbst hast, bist, kannst und willst, ist viel zielführender und wird dich glücklicher machen. Was bringt es dir, darauf neidisch zu sein, das jemand erfolgreich in einem Wirtschaftsunternehmen ist, wenn du selbst niemals in diesem Beruf arbeiten wollen würdest und du dein Glück viel eher darin findest, Kinder zu unterrichten. Damit fokussierst du dich nur auf ein Leben was nicht deins ist, anstatt das Leben zu führen, was für dich bestimmt ist und dich glücklich machen wird.

Selbstliebe bedeutet jedoch, dich selbst mit all deinen Anteilen und in deiner Einzigartigkeit wert zu schätzen. Deshalb ist es besser, darauf zu schauen, was toll an dir ist und was du alles schon geschafft und überstanden hast, anstatt zu schauen, was an anderen vermeintlich toller ist.

Wenn du dich vergleichen möchtest, dann vergleiche dich lieber mit dir selbst. Dein Selbst vor einigen Jahren und dein Selbst jetzt. Was hat sich verändert. Wie hast du dich entwickelt. Was hast du erlebt und überstanden? Was hast du geschafft?

Hierfür gibt es eine ganz einfache Übung:

Male auf ein Papier eine Linie und schreibe an den Anfang deine Geburt und ans Ende den heutigen Tag. Nun zeichne Linien mit den verschiedenen Stationen deines Lebens ein. Das können schöne oder auch nicht so schöne Situationen sein. Alles was dich besonders beeinflusst hat. Im Anschluss betrachte das Bild und schaue dir an, was du schon erlebt und überstanden hast. Was fühlst du in diesem Moment?

Wenn du möchtest, kannst du diese Übung auch auf ein größeres Plakat übertragen und zu den verschiedenen Stationen und Ereignissen Fotos oder andere Erinnerungs“fetzen“ dazu kleben. Du könntest es nun aufhängen oder ein Foto davon machen, so dass du es dir bei Bedarf immer wieder anschauen kannst.

5. Erkenne das niemand perfekt ist

Und wenn du dich doch mal mit anderen vergleichst, sei wenigstens fair. Versuche das zu sehen was da ist, und zwar komplett. Denn dann wirst du sehen, dass auch andere Menschen nicht perfekt sind. Und ihr Leben es genauso wenig ist. Denn wenn du dich immer wieder mit anderen vergleichst und denkst, dass andere ihr Leben ja so viel besser im Griff haben und so perfekt sind, dann wird es Zeit dir klar zu machen, dass dem nicht so ist.

Was von außen so wirkt, sieht in der Realität nämlich oft ganz anders aus. Jeder hat seine Baustellen im Leben. Sei es nun die Gesundheit, die Arbeit die unzufrieden macht, die fehlenden Freundschaften, die schlechtlaufende Beziehung, die fehlende Selbstliebe, zu wenig Zeit für eigene Hobbys o.ä.

Und während du vorm Spiegel stehst und denkst „ach Mensch, könnte ich doch nur ihre langen Beine haben“, steht sie vor ihrem und denkt „Ach könnte ich doch nur ihre schönen Haare haben“.

Kein Mensch ist perfekt und kein Mensch muss es sein. Und es kann herrlich befreiend sein, wenn man sich das klar macht. Auch wenn wir damit für einen Moment den Blick auf das Negative fokussieren, so kann es doch für den Moment hilfreich sein. Auch ein noch so schönes Model hat irgendwo Cellulite oder irgendeinen anderen sog. „Schönheitsmakel“. Der erfolgsreichste Mensch hat vielleicht trotzdem etwas, was ihm fehlt.

Keiner ist perfekt

Keiner ist perfekt und das ist gut so. Denn keiner muss an sich selbst den Anspruch von Perfektion haben.

Also wenn du mal wieder frustriert bist, weil du dich für so „unperfekt“ hältst, dann versuche mal dir andere Menschen wirklich anzuschauen: ob nun im außen oder im innen. Nicht bösartig lästernd oder ähnliches. Das meine ich nicht. Einfach neutral. Und dann bewerte dich nochmal neu. Bist du wirklich so schlecht? Oder bist du nicht eher ein ganz besonderes Individuum, dass es so kein zweites Mal gibt und das auf seine eigene Art und Weise perfekt ist? Das seine eigenen Stärken hat. Ja, vielleicht ist deine Kollegin schlanker als du. Dafür fällt es dir vielleicht viel leichter, dich in diesen Computerkram einzuarbeiten. Oder enge Beziehungen einzugehen. Vielleicht sind deine Haare viel schöner als ihre. Oder oder oder. Und sie hat dafür andere wunderschöne Stärken. Ihr seid nicht die selben Menschen. Wie könnte es also fair sein, euch zu vergleichen?

Also ja, wir sollten aufhören uns zu vergleichen. Aber manchmal gelingt uns das nicht, weil wir nicht perfekt sind. Und dann kann es helfen, zu schauen, wo auch andere nicht perfekt sind, um sich selbst zu ermutigen, sich so anzunehmen, wie man ist. Mit all seinen Stärken und sog. „Schwächen“. Jeder von uns ist anders und damit „anders perfekt“.

6. Hör auf dich zu rechtfertigen

Sich selbst wert zu schätzen und zu lieben bedeutet auch, für seine Bedürfnisse einzustehen und Grenzen zu setzen. Leider haben viele von uns in frühster Kindheit Grundsätze eingetrichtert bekommen, wie dass wir nur etwas wert sind, wenn wir tun, was andere wollen. Dabei ist es unheimlich wichtig, sich selbst an erster Stelle zu setzen und sich selbst genauso zu lieben wie andere.

Und deshalb darfst und sollst du “Nein” sagen. Und aufhören dich dafür schuldig zu fühlen, deine Bedürfnisse genauso zu berücksichtigten, wie die der anderen. Hör auf damit, dich deshalb zu rechtfertigen und zu entschuldigen.

Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, wenn du etwas nicht tun möchtest, oder deine eigenen Bedürfnisse vorgehen. Erlaube dir deshalb NEIN zu sagen, wenn du etwas nicht tun möchtest.

Du kannst dies üben, in dem du im ersten Schritt sagst, dass du drüber nachdenken wirst. So bekommst du Abstand zwischen dich und den anderen und kannst in Ruhe überlegen, ob du etwas tun möchtest oder nicht. Und entgehst so der Situation, dass du dich auf die schnelle zu etwas drängen lässt, was du eigentlich nicht möchtest.

Wenn du dich entschieden hast „nein“ zu sagen, dann teile dies deinem Gegenüber mit. Ohne zögern, ohne eine riesige Entschuldigung o.ä. „Leider ist es mir nicht möglich, am Dienstag für dich einzuspringen“. Und Punkt. Du musst dich nicht rechtfertigen. Und wenn du zu etwas keine Lust hast, reicht das als Begründung dir selbst gegenüber. Anderen gegenüber musst du dich nicht rechtfertigen. Diesen Anspruch können sie nicht an dich haben, denn du musst ihnen nicht helfen. Sie haben keinen Anspruch darauf, dass du für sie einspringst oder ähnliches.

Lasse dich gar nicht erst auf Diskussionen ein. Bleibe bei deinem „nein“ standhaft.

„Kannst du wirklich nicht?“

„Nein, leider nicht.“

Sich nicht zu rechtfertigen ist nicht einfach

Ich weiß, das kann schwer sein, weil wir oftmals eingetrichtert bekamen, dass wir nur etwas wert sind, wenn wir tun, was andere wollen. Und so machen wir oft Dinge, die wir nicht wollen, weil wir Angst haben, nicht gemocht zu werden. Aber ich glaube, wir erhalten mehr Respekt, wenn wir stark für uns eintreten.

Anfangs fällt es dir vielleicht noch schwer, die Pause auszuhalten, die eintreten wird, wenn du dich nicht rechtfertigst. Aber du wirst sehen, es wird dir neuen Mut und neue Kraft geben, wenn du immer öfters für dich selbst einstehst.

Und es bedeutet nicht, nie wieder irgendjemandem zu helfen oder unfreundlich zu sein. Es bedeutet nur für deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse einzustehen. Und dich im Zweifel nicht weiter ausnutzen zu lassen.

Wenn du anfängst deinen eigenen Wert zu erkennen, wird es dir schwer fallen, mit Menschen zusammen zu sein, die es nicht tun. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com
Wenn du anfängst deinen eigenen Wert zu erkennen, wird es dir schwer fallen, mit Menschen zusammen zu sein, die es nicht tun. Quelle: healthyfeelings.de – erstellt mit canva.com

Aber nicht nur, dass du niemandem Rechenschaft schuldig bist. Du solltest auch aufhören, dich für alles zu entschuldigen. Es muss dir nicht leid tun. Der andere hat keinen Anspruch auf deine Zeit, dein Geld oder was auch immer. Es muss dir nicht leid tun, deine eigenen Bedürfnisse ebenso wichtig zu nehmen, wie die von anderen. Denn manchmal entschuldigen wir uns so oft, dass man annehmen könnte, es täte uns schon allein leid, zu existieren.

Deshalb erlaube dir, nein zu sagen. Erlaube dir, dich nicht mehr zu rechtfertigen und dich nicht mehr für alles zu entschuldigen.

Fazit zu Teil 1:

Niemand darf deinen Wert schmälern, also versuche auch du dich nicht mehr selbst klein zu machen. Hierfür ist es hilfreich, dir deine Stärken bewusst zu machen und dir zu erlauben stolz auf dich selbst zu sein.

Auch ist es wichtig darauf zu achten, wie du mit dir selbst sprichst und umgehst. Zudem solltest du dich für niemanden verändern, außer für dich selbst.

Um deinen Wert nicht vor anderen klein zu machen und für deine Bedürfnisse einzustehen, darfst du nein sagen, ohne Entschuldigung und ohne Rechtfertigung.

Auch solltest du aufhören, dich mit anderen zu vergleichen, denn jeder Mensch ist anders und auf seine eigene Art und Weise toll. Wenn du es doch tust, vergiss nie, dass auch andere Menschen nicht perfekt sind.

Und zu guter letzt, vergiss vor allem eines nicht: Du bist wertvoll! Du bist liebenswert! Du bist toll!



Sich selbst zu lieben, ist nicht immer ganz einfach. Was liebst du an dir selbst?
Und hast du selbst vielleicht noch weitere Tipps, die dir in der Vergangenheit geholfen haben, dich selbst mehr wert zu schätzen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Mehr zum Thema “Erkenne deinen Wert” findest du ab jetzt im zweiten Teil der Reihe: Erkenne deinen Wert Teil 2 – Selbstliebe lernen und praktizieren

3 Gedanken zu „Erkenne deinen Wert – Teil 1“

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