Abschied von einem Freund

Ich habe lange nichts von mir hören lassen, weil es mir längere Zeit gesundheitlich nicht gut ging und dann noch ein geliebtes Familienmitglied verstorben ist.

Und deshalb wird das auch der schwerste Artikel, den ich bisher geschrieben habe. Denn er handelt von dem Tod meines Lieblings.

Wir mussten unseren Kater Rowdy (er wurde von uns nur liebevoll Bärchen genannt) am 25.09.2021, nach einer qualvollen Woche für ihn, sowie für uns, einschläfern lassen. Ihn einschläfern zu lassen war dabei die schlimmste Entscheidung unseres Lebens.

Aber er konnte nicht mehr. Er lag nur noch apathisch da. Schleppte sich ab und zu zum Wassernapf, weil er wegen der entwässernden Tabletten ständig durstig war und trinken wollte. Aber am letzten Tag konnte er nicht mal mehr das. Er versuchte immer wieder zu trinken, aber es gelang ihm nicht mehr und er blieb nur noch apathisch vor dem Napf liegen.

Das war der Moment, in dem wir merkten, dass er nicht mehr kann. Hatten wir vorher, nach dem Tierklinikaufenthalt noch gedacht, dass wir das wieder hinkriegen, wussten wir nun, dass wir eine Entscheidung zu seinen Gunsten treffen müssen.

Wir hatten es vorher schon immer gedacht, denn fressen wollte er schon seit Tagen nicht mehr. Wir mussten ihm seine Tabletten mit etwas Futter geradezu rein zwängen – was sich grausam anfühlte, denn er wollte nicht. Er, der Fressen über alles liebte und um keine Anfrage um Futter verlegen war, wollte nichts mehr fressen. Egal wie sehr er die Snacks oder das Futter vorher geliebt hatte.

Aber die Tumore, das Wasser in Lunge und Bauchraum, seine Herzerkrankung, der Diabetes. All das war zu viel für seinen Körper. 3 Ärzte hatten uns bestätigt, dass es sehr, sehr schlecht um ihm steht und konnten uns keine Hoffnung mehr machen und auch der Tierarzt der ihn einschläferte, bestätigte, dass sein Blutbild sehr, sehr schlecht aussah. Alle Organe sahen im Blutbild furchtbar aus und im Röntgen sah man, dass seine Lunge, die eigentlich auf dem Bild schwarz aussehen sollte, ganz hell war, wegen des Wassers. Als er ihn abtastete, sagte er ebenfalls, dass sein Bauch voller Wasser ist und dass seine Schleimhäute schon ganz weiß seien (sie sollten eigentlich rosa sein).

Also begleiteten wir ihn am besagten Tag auf seiner letzten Reise. Und seitdem steht die Welt still. So sehr wir auch glauben, dass es die richtige Entscheidung war, so sehr tut es dennoch weh. 

Alles erinnert an ihn

Und nun sitze ich hier und jede Stelle in unserer Wohnung erinnert mich an ihn. Wenn ich in die Küche gehe, sehe ich seine sauberen Näpfe auf der Anrichte, die darauf warten, gefüllt zu werden. Schaue ich auf den Boden, erwarte ich ihn da sitzen zu sehen. Wie er dasitzt, mit seinen großen Kulleraugen und mich anstarrt, als wollte er in meinen Kopf eindringen und mir zuflüstern „Mach mir etwas zu essen. Es ist schon wieder 5 Minuten her. Ich verhuuungere!“.

Ich höre sein Maunzen, das manchmal wie ein „meh“ und manchmal wie ein „määäh“ klingt…nein klang. Wir sagten manchmal im Spaß „Mäh doch selber“. Und dann bekam er natürlich sein Futter. Denn er war alles für uns und sein Wohl war das wichtigste für uns.

Aber nicht nur die Küche erinnert an ihn. ALLES erinnert an ihn. Ich laufe im Schlafzimmer an der provisorischen Fensterbank vorbei, die wir für ihn gebaut haben, damit er raus sehen kann. Auf ihr liegt ein Fell und er hat gern da gelegen, wenn wir am Abend noch im Bett TV geschaut haben. Manchmal hat er auch tief und fest geschlafen, in einer unfassbar süßen Position.

Nun gehe ich an ihr vorbei und erinnere mich, wie ich ihn da gekuschelt und gestreichelt habe. Manchmal, wenn er sich nur ausruhte, aber nicht schlief, hob er sein Köpfchen, wenn ich vorbei lief und er wollte dann gestreichelt werden. Wenn ich mit meiner Hand näher kam, hob er mir sein Köpfchen entgegen und rieb sich mit Nase und Köpfchen daran. In diesen Momenten spürte ich seine unfassbare Liebe, die er uns schenkte.

Und nun denke ich, dass er doch wieder da liegen muss. Dass es nicht fair ist, dass dieser Platz nun leer bleibt.

Dass so viele seiner Plätze leer und stumm bleiben.

Neben meiner Bettseite, lag immer sein Kissen, auf dem er lag. Ging ich spätabends ins Bett, kam er meistens irgendwann nach und legte sich dorthin, neben mich. Das letzte was ich abends tat, war ihn ein letztes Mal zu streicheln, bevor ich einschlief. Und nun bleibt dieses Kissen für immer leer und meine Hand verweilt im Nichts.

Ich musste das Kissen nun in einen anderen Raum legen. Ich konnte es nicht ertragen, es dort liegen zu sehen. Er lag noch an seinem letzten Tag auf diesem Kissen und ich sehe ihn immer noch da liegen. So krank und leidend.

Dabei sein war alles

Ob beim Wäsche waschen, oder bei anderen Tätigkeiten – der Bär war dabei. Quelle: healthyfeelings.de

Er war im Allgemeinen, wie ein kleiner Schatten. Wo wir waren, war er. Er war keine Katze, die die Aufmerksamkeit lautstark einforderte, wie unsere Katze Melody.

Nein, unser Bärbär hat sich auf stille und so liebevolle Weise ins Herz geschlichen. Er hat sich dazu gelegt und war da. Nach dem Essen kam er manchmal auf den Tisch und legte sich dazu. Eine stille Aufforderung, ihn zu streicheln. Und dann hat er so geschnurrt und es so genossen, gestreichelt und gekuschelt zu werden.

Das gleiche war mit dem Tresen, der gegenüber unserer Küchenzeile ist. Er saß oft da und schaute zu, was man in der Küche machte. Oft in der Hoffnung, dass vielleicht ein Futti für ihn abfiel. Manchmal saß er einfach nur da und schaute einen intensiv an, wenn man an ihm vorbei lief. Und dann ging ich auf ihn zu und umarmte ihn. Er legte dann seinen Kopf an meine Schulter und schnurrte.

Was früher undenkbar war, ihn „festzuhalten“, war ein liebevolles Ritual geworden. Er hat über die Jahre so viel Vertrauen zu uns gefasst, dass er alles mit sich machen ließ.

Selbst das Blutzucker messen und Insulin spritzen ließ er vertrauensvoll mit sich machen. Schon vor der Zeit saß er meistens vorm Esstisch und wartete (nicht ganz unschuldig daran waren sicherlich auch die Leckerlies, die ihn erwarteten). Währenddessen lag er oft da und schnurrte. Er mochte es natürlich nicht, aber er hat es geduldig über sich ergehen lassen. Denn so war unser Bobbl. Er vertraute uns blind und unsere Verbindung war unheimlich stark. Und deshalb wollte er auch immer dabei sein, egal wo wir waren.

Ob Geburtstag, Weihnachten oder im Alltag

Es gibt so viele Fotos, auf denen wir irgendetwas machen und er einfach dabei ist. So habe ich zum Geburtstag meines Mannes Girlanden aufgehängt und es gibt Bilder, auf denen er auf dem Tisch, auf der vorbereiteten Girlande liegt. Auf einem anderen Foto besteigt er die Leiter und es sieht aus, als würde er helfen wollen, die Girlande anzubringen.

Denn unser Bärchen war immer hilfsbereit – insbesondere natürlich, wenn es darum ging Futter zu vernichten oder etwas „aufzuräumen“ 🙂

Bärchen beim helfen
Er hat so oft seine Pfote in meine Hand gelegt – auch bei der Fahrt von der Tierklinik nach Hause

Ebenso gibt es Fotos, auf denen er auf der Kiste mit Weihnachtsdeko liegt, die wir gerade hoch geholt haben. Oder Fotos, wie er einfach im Hintergrund in unserer Nähe liegt, zum Beispiel beim Backen. Er war immer dabei. Ein stiller, treuer Freund, der nichts verpassen wollte und so gerne bei uns war.

Oft lag er Abends, wenn ich am PC saß, neben mir in seinem Körbchen auf dem Schreibtisch und schnarchte leise. Ab und zu, wenn ich ihn streichelte, sprang sein Motor an und er schnurrte lautstark.

Selbst auf die Toilette kam er oft mit. Manchmal kam er nur kurz reingetapst um ein „Hüngerchen“ anzumelden. Dann ging er wieder, um später ggf. nochmal wieder zu kommen, wenn es ihm nicht schnell genug ging. Manchmal legte er sich aber auch einfach auf meine Füße, so dass ich nicht aufstehen konnte und schnurrte. Dabei sein war alles für ihn.

Aber auch Futter war sein Ein und Alles

Außer es ging ums Futter, dann war der Bärbär gar nicht still. Das hat er immer mit Nachdruck eingefordert. Erst strich er einem liebevoll um die Beine, um einem zu verstehen zu geben, dass er jetzt doch bitte etwas haben wolle. Wenn das ignoriert wurde, fing er an sein süßes „meh“ von sich zu geben.

Gerne lief er einem dann zwischen die Beine und versuchte einen in die Küche zu lotsen. Wenn man nicht ganz folgte, blieb er stehen, drehte sich um, starrte einen an und gab mit einem weiteren „meh“ zu verstehen, dass man bitte folgen soll. Dabei drehte er sich immer wieder um, um sicher zu gehen, dass man mitkam. Dabei hatte er den süßesten Blick drauf, den man sich vorstellen kann. Große Kulleraugen in einem Teddybär-Gesicht.

Und unser BärBär liebte sein Futter. Er liebte sein Nassfutter. Er liebte das Trofu als Leckerlie. Und er vergötterte seine Leckerlistangen und Schleckies. Manchmal schlich er sich heimlich auf den Tisch, wenn wir nachlässig waren und die Teller nicht sofort abgeräumt hatten, und schleckte Tomatensoße vom Teller. Das liebte er – obwohl er es eigentlich nicht durfte.

Es gab allgemein kaum etwas, was er verschmähte. Denn sein Futter, das liebte er.

(Man sollte meinen, das wäre Katzentypisch. Aber unser Mädchen Melody ist zum Beispiel eher picky und verschmäht vieles.)

Auf und ab der Gefühle

Seit unser Bärchen nun weg ist, sind die Tage ein einziges auf und ab. In manchen Momenten kann man noch über gemeinsame Erinnerungen und Bilder lachen. Und in anderen tut es einfach nur unfassbar weh. Denn er musste viel zu früh von uns gehen. Manchmal kann man akzeptieren, dass es ist, wie es ist. Und manchmal will man es nicht wahr haben und am liebsten wie ein kleines Kind aufstampfen und schreien „Das darf nicht wahr sein. Er muss doch hier sein.“

So einen Moment hatte ich beispielsweise letztens am späten Abend. Da wollte ich gegen 1 Uhr ins Bett gehen und schloss im Wohnzimmer das Fenster. Auf dem Weg dorthin sah ich auf den Boden und sah die Stelle, auf der er gerne lag, wenn er nicht schlief oder bei mir im Körbchen lag, sondern einfach nur „chillte“. Sobald ich Anzeichen machte, dass es ins Bett ging, sprang er meistens schnell auf in freudiger Erwartung, dass es die letzte Mahlzeit des Tages geben sollte.

Spätestens wenn ich am Abend meine Wasserflaschen füllte, kam er in den Küchenbereich und sah mich mit diesen großen Augen an oder ließ das vertraute „meh“ hören, um seinen Anspruch geltend zu machen.

Sollte ich die Dreistigkeit besessen haben und vorher noch auf die Toilette gegangen sein, verfolgte er mich dorthin und gab mir, liebevoll um die Beine streichend, zu verstehen, dass ich ihn bitte nicht vergessen sollte.
Wenn die Abendroutinen erledigt waren und ich Richtung Bett zog, konnte ich ihn meistens noch schmatzend an seinem Napf hören, wissend, dass er gleich folgen würde. Denn sein Kissen, neben meinem Bett, wartete schon.

An diesem Abend im Wohnzimmer, traf mich die Erkenntnis wieder wie ein Schlag, dass ich all das nie wieder erleben würde. Es traf mich so tief, dass er doch eigentlich da liegen sollte. Und dass er doch eigentlich nun ein Futter kriegen sollte….so viele eigentlich, die nie wieder eintreten würden.

So viele nie wieder

Nie wieder würde er auf dem Tresen sitzen, seinen Kopf an meine Schulter legen und sich von mir umarmen lassen. Nie wieder würde ich das treteln neben dem Bett hören. Nie wieder sein leises Schnarchen. Nie wieder streicheln und kuscheln.

Nie wieder ein meh oder määäh. Nie wieder wird er wie verrückt durch die Wohnung jagen. Nie wieder seine Kartons zerkratzen, als müssten sie in diesem Moment zerstört werden. Nie wieder wird er auf seinem Geschoss (ein Kratzblock, der ein bisschen so aussah, als würde er auf diesem fahren, wenn er drauf saß) sitzen/liegen. Nie wieder wird er in seiner Transportbox auf dem Schrank schlafen. Nie wieder werden wir ihn schmatzen hören. Nie wieder sein vertrautes Schnurren hören. Nie wieder seinen Wuschelbauch kraulen.

Nie wieder!

Und das tut verdammt weh!

Für manch einen war er nur eine Katze. Für uns war er unser Freund. Unsere Familie! Unser Leben! Er war wie unser Kind, das wir zu beschützen geschworen haben und für das wir alles getan hätten.

Trauer ist Trauer

Und deshalb fühlt sich die Trauer nicht anders an, als sie sich bei Menschen anfühlte, die ich verloren habe. Natürlich konnte ich mit ihm keine Konversation führen, wie zum Beispiel mit meinem Mann. Aber wir hatten eine enge Bindung, denn wir lebten 9 Jahre Stuhl an Stuhl, Bett an Bett. Wo ich auch war, er war da. Er war mein Schatten – und wie soll ich ohne meinen Schatten leben? Wie sollen WIR ohne ihn leben?

Denn nicht nur mein Mann und ich trauern, sondern auch unsere andere Katze Melody. Bereits als er in der Tierklinik lag, lief sie immer wieder durch die Wohnung und maunzte. Als er wieder da war, verstummte das Maunzen.

Seit er Tod ist, ist es wieder da. Alle paar Stunden läuft sie durch die Wohnung und lässt ein verzweifeltes „meoooow, meoooow“ hören, so dass es einem das Herz zerreißt.

Melody, die ihr Maunzen hören lässt.

Sie ist nun sehr anhänglich und braucht uns umso mehr. Denn sie trauert, wie auch wir trauern.

Verband die beiden auch eine „HassLiebe“, so fehlt er ihr dennoch. Er war ihr Kumpan, der 9 Jahre da war. Als Kitten kuschelten sie so viel, was im Erwachsenenalter aufhörte. Ab und zu verkloppten sie einander. Manchmal fauchte sie und klebte ihm eine, wenn sie an ihm vorbei lief. Und manchmal war er zu grob. Sie waren das typische Kater-Katze-Pärchen, das zu unterschiedlich spielte und deshalb keine enge Bindung mehr aufbauen konnte.

Und dennoch waren sie oft im selben Raum und es gibt so viele Fotos auf denen sie in einem Meter Abstand voneinander lagen. Mochten sie sich auch nicht nah sein, so wollten sie trotzdem nicht ohne einander.

Und auch wenn sie nicht die besten Freunde waren, so waren sie Familie – und deshalb trauert auch sie.

Ich wars nicht 🙂 Als Jungspund machte er seinem Namen Rowdy alle Ehre 🙂

Er fehlt überall

Auch Freunde, die zwischenzeitlich zu Besuch waren, sagen, dass etwas fehlt. Denn er hatte eine ganz besondere Energie, die nun weg ist. Er hat jeden in seinen Bann gezogen, mit seiner treuen, neugierigen und doch unaufdringlichen Art.

Die meisten Menschen begrüßte er neugierig und freundlich. Schon bald strich er jedem um die Beine. Und so manch ein Freund war so vertraut, dass er selbst diese in die Küche zu lotsen versuchte – „Guck mal, ich will dir mal was zeigen. Schau der Napf, halbleer. Leeeeer!“

Selbst an seinem Todestag strich er dem Tierarzt noch um die Beine, obwohl er sich vorher kaum noch rühren konnte. Und der Tierarzt sagte, dass er ihn direkt „getroffen“ hätte.

Als er starb, weinten nicht nur wir, sondern auch der Tierarzt. Uns allen war klar, dass wir hier eine ganz besondere Seele gehen ließen.

Wie soll man so einen Verlust verwinden?

Und so einen Verlust zu verwinden ist schwierig. In den ersten Tagen war ich nicht mal in der Lage, meinen Freunden auf ihre Nachrichten zu antworten. Ich bekam so viele Beileidsbekundungen und Mitgefühl und konnte doch auf kaum etwas antworten.

Ich bin ein Mensch, der eigentlich immer über seine Gefühle spricht. Und dennoch blieb ich stumm. Es ist, als wäre mit meinem Liebling auch meine Stimme verschwunden. Ich fühlte mich nicht in der Lage mit ihnen zu reden. Ich sprach ganz viel mit meinem Mann, weil wir diesen Schmerz teilen und immer wieder zusammen über unseren Verlust weinen und uns an ihn erinnern.

Und ich weiß, ich könnte dasselbe mit meinen Freunden tun, denn auch sie haben ihn erlebt. Aber ich konnte einfach nicht auf ihre Beileidsbekundungen antworten. Es ging einfach nicht. Obwohl ich sonst mit ihnen über alles sprechen kann.

Aber diesmal war alles anders. Es fühlte sich an, als stehe die Welt still. Es tut einfach so weh, seinen besten Freund, sein enges Familienmitglied zu verlieren.

Nur Leere und Stille

Unser Bärchen war alles für uns – und deshalb hinterlässt sein Fortgehen eine unendlich große Leere und verdammt viel Trauer. Die Wohnung fühlt sich so viel leerer, stiller, dunkler an ohne ihn.

Es sind nun 3 Wochen vergangen. Aber was kurz klingen mag, fühlt sich an, als wären es Jahre. Jahre ohne ihn. Jahre, die sich unfassbar hart anfühlten. Es schmerzt so sehr, ihn verloren zu haben.

Und deshalb weine ich auch heute noch jeden Tag. Ich gehe meinem Alltag nach und dann trifft es mich plötzlich wieder und es zerreißt mich. Die Gedanken, was wäre wenn. Was wenn wir falsch entschieden haben. Was wenn wir ihm noch hätten Zeit schenken können. Gedanken, was er nun eigentlich machen würde, wenn er noch hier wäre. Und er fehlt mir einfach so unbeschreiblich.

Seine letzte Reise

Vor kurzem kam dann die Asche unseres Lieblings heim. Und ein Teil von mir wollte sie gar nicht da haben, denn das bedeutete, dass er nun wirklich „fort“ ist. Es macht seinen Tod so endgültig. Sein Körper und seine Seele sind „weg“ und wird nie mehr in dieser Form da sein.

Man könnte meinen, ein Teil von mir konnte verleugnen, dass er Tot ist, solange das letzte was ich sah, sein Körper war. Als wäre er nur für kurze Zeit fort, als der Bestatter ihn abholte, und nicht gerade dabei verbrannt zu werden.

Aber nun hat er seinen aller letzten Weg angetreten. Er „wohnt“ nun in seiner Urne – seine Erinnerung aber lebt in uns weiter und wird für immer unvergessen sein.

Wir haben ihm eine kleine Gedenkstätte errichtet, die nach und nach wuchs und nun ist sie vollständig, jetzt wo auch seine Asche da ist. Wir haben schon so oft vor dieser gesessen, über ihn gesprochen und geweint und uns erneut verabschiedet.

Wenn der Himmel weint

Hätte man mich früher gefragt, hätte ich gesagt, dass ich gar nicht so einen „Schrein“ haben möchte. Aber heute bin ich froh, dass wir diese Stücke mit viel Liebe ausgesucht haben und ihm einen Ort errichtet haben, an dem er irgendwie immer noch da ist.

Die Fensterbank, die furchtbar leer war, ohne ihn, ist nun wieder mit dem Andenken an ihn gefüllt.

Als wir seine Asche umgefüllt hatten, stellten wir fest, das ein klitzekleines bisschen in der Tüte verblieben war. Wir entschieden uns dann, diese in unserem Beet auf dem Balkon zu verstreuen. Denn auf dem Balkon lag er noch an seinem Todestag in der Sonne. So wird ein klitzekleines Stückchen von ihm für immer hier bleiben – in der letzten gemeinsamen Wohnung, in der wir so viel Liebe teilten.

Als er an seinem Todestag das letzte Mal auf dem Balkon lag schien die Sonne, wie für ihn. Als wir nun die Asche verstreuten, schüttete es wie aus Eimern – so als würde auch der Himmel um ihn weinen.

Denn unser Bärchen war besonders und wird es für immer bleiben.

Dankbarkeit

Doch trotz all der Trauer sind wir unheimlich dankbar für die Zeit, die wir mit ihm haben durften. Denn er war der tollste Kater der Welt und eine so wundervolle Persönlichkeit. Eine unheimlich tolle Seele. Wir hatten so viel Freude mit ihm. Wir haben so viel gekuschelt und gelacht. Er hat unser Leben auf so unheimlich starke Weise bereichert. Und auch wenn es jetzt weh tut, so würden wir die gemeinsame Zeit um nichts auf der Welt missen wollen.

Noch ein paar Bilder mehr

Kann doch gar nicht sein, dass ich ein Futter hatte 🙂

Die Geschichte der Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie „die Brücke des Regenbogens“. Hinter der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem Gras. Das Regenbogenland.

Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort. Dort gibt es immer zu essen und zu trinken und es ist warmes schönes Frühlingswetter. Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

Es gibt nur eine Sache die sie vermissen. Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht. Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß! Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras. Die Füße tragen es schneller und schneller. Es hat Dich gesehen.

Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest. Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder, und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres, das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens und Ihr werdet nie wieder getrennt sein….

(Quelle: Paul C. Dahm, ins Deutsche übersetzt von Christel Wysocki)

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