10 Tipps wie wir gut mit Krisensituationen umgehen können

Auch mich treibt im Moment immer wieder der schlimme Krieg in der Ukraine um. Für mich ist es unverständlich, wie Menschen immer wieder solche Kriege und damit so viel Leid verursachen können. Und ich bete für all diese Menschen, die im Moment so schlimmes Leid zu ertragen haben. Ich hoffe sie finden alle Hilfe und Frieden.

Was mir nun vermehrt, auch in den sozialen Medien, aufgefallen ist, ist der Umstand, dass es auch hierzulande viele Menschen ängstigt, dass der Krieg so nah vor unserer Haustür statt findet. Haben wir uns bisher in Deutschland recht sicher gefühlt, erscheint es nun manchmal so, als wäre alles möglich – und so auch dass der Krieg zu uns kommt.

Garantien, dass es nie wieder Krieg geben würde, gab es natürlich noch nie. Trotzdem gab es noch nie so eine lange Friedenszeit wie in den letzten Jahrzehnten.

Nun plötzlich so nah mit Krieg konfrontiert zu sein, löst bei vielen Menschen Ängste und Sorgen aus. Natürlich gab und gibt es auch vor dem Ukraine-Krieg Kriege in aller Welt. Und um das klar zu stellen: jeder Krieg ist gleich schlimm! Es gibt hier keine guten und schlechten Kriegsflüchtlinge. Krieg ist, egal wo ausgetragen, immer schlimm. Es gibt hier keine Gewinner, nur Verlierer.

Dennoch wird der Krieg für viele Menschen realer und auch gefühlt gefährlicher, wenn er so nah vor der eigenen Haustür ausgetragen wird.

Deshalb habe ich mir nun überlegt, wie man auch diesen Menschen helfen kann. Denn auch wenn wir hier gerade keinen Krieg erleben und manch einer sagen möge „whataboutism – was die Ukrainer erleben ist viel schlimmer“ so glaube ich doch, dass es ganz wichtig ist, auch diese Ängste und Sorgen ernst zu nehmen. Denn solche Krisensituationen, ob es nun Corona, Flutüberschwemmungen oder Krieg und ähnliches sind, lösen in uns Menschen Urängste aus, egal ob wir nun persönlich gerade in Sicherheit sind oder nicht.

Und deshalb schreibe ich heute darüber, wie wir auch solche Krisenzeiten gut überstehen und mit ihnen gut umgehen können. Dabei lassen sich die Punkte auf viele Krisensituationen in unserem Leben übertragen. Das heißt, auch wenn du eine andere Art der Krise in deinem Leben hast, kann dieser Artikel für dich hilfreich sein.

Was du tun kannst, wenn du in eine Krisensituation gerätst oder selbige befürchtest

Manchmal geraten wir dabei in konkrete Krisensituationen, wie zum Beispiel der Verlust einer langjährigen Partnerschaft, des Arbeitsplatzes oder werden plötzlich schwer krank.

Und manchmal sind es Krisensituationen in unserer Umgebung, die uns belasten, weil sie uns vor Augen führen, dass es keine Garantien gibt und auch wir potentiell von solch substantiellen Krisen gebeutelt werden könnten, so wie das der Ukraine-Krieg bei einigen von uns auslösen kann. Bei dem einen mehr, dem anderen weniger.

Es gibt jedoch ein paar grundsätzliche „Dinge“, wie wir solche Krisen meistern können, ohne in Verzweiflung zu versinken.

1. Akzeptanz ist unerlässlich

In Krisensituationen ist Akzeptanz ganz wichtig.

Zum einen die Akzeptanz der Situation an sich. Wir müssen akzeptieren, dass wir manche Dinge nicht ändern können. Und wir müssen akzeptieren, dass manche Situationen sind, wie sie sind. Je mehr wir uns dagegen auflehnen und die Realität nicht akzeptieren wollen, also Widerstand leisten, desto mehr Kraft verlieren wir allein für den emotionalen Kampf den wir hier auskämpfen.

Schon die Forschung der Resilienz (Resilienz bedeutet psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit, schwierige Situationen ohne Schaden zu überstehen) weiß, dass Menschen, die Krisen und damit ihr Schicksal annehmen und akzeptieren, weniger Schwierigkeiten haben mit selbigen umzugehen, als Menschen, die ihr Schicksal nicht akzeptieren wollen.

Das bedeutet also, nur wenn wir akzeptieren, dass eine Situation jetzt nun mal so ist, wie sie ist, können wir auch anfangen an Lösungen für selbige zu denken. Verleugnen wir die Situation, stehen wir uns auch selbst im Weg was potentielle Lösungen angeht. Dann verschwenden wir all unsere Energie für den Kampf gegen die Situation, anstatt die Energie für die Lösung der Probleme verwenden zu können.

Akzeptanz und Annahme ist also der erste wichtige Schlüssel zur Meisterung einer Krise.

2. Gefühle annehmen

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, die eigenen Gefühle anzunehmen. Sei es nun Wut, Verzweiflung, Trauer, Angst, Frustration oder ähnliches. Sie alle wollen gespürt werden. Sie nicht zu akzeptieren, sondern verdrängen zu wollen, macht das Problem nur größer. Dann wachsen diese Gefühle im Untergrund an und können irgendwann umso schlimmer aus uns heraus platzen.

Wenn wir traurig sind und Angst haben, zum Beispiel, sollten wir uns erlauben, diese Gefühle zu fühlen. Zu weinen, verzweifelt zu sein und einfach diesen inneren, starken Druck heraus lassen. Danach wird es uns besser gehen und wir können ganz anders an die Situation heran gehen, als wenn der innere Druck in uns immer stärker wird.

Eine Situation zu akzeptieren und unsere Gefühle zu fühlen bedeutet dabei nicht, dass wir uns dieser hilflos ergeben und nichts gegen sie tun sollten. Es bedeutet einfach das unvermeidliche zu akzeptieren, sie anzunehmen, das Beste aus ihr zu machen und so in Lösungsprozesse kommen zu können.

3. Pflege deine Beziehungen und sprich über deine Sorgen

Gute Beziehungen sind wichtig um in Krisenzeiten Rückhalt zu haben. Der Austausch mit anderen tut uns gut und steigert unser Wohlbefinden. Auch fühlen wir uns mutiger, wenn wir andere Menschen „im Rücken haben“. So können wir Krisensituationen leichter bewältigen.

Deshalb ist wichtig, sich schon vor irgendwelchen Krisen ein soziales Netz aufzubauen. Aber auch während einer Krisen gibt es häufig Gruppen und Zusammenkünfte von Leuten, die gegenseitig nach Unterstützung suchen und einander helfen. Hier lohnt es sich die Augen offen zu halten. Denn du musst mit deinen Sorgen nicht allein sein.

Wenn dich die Sorgen und Ängste in einer Krise sehr belasten, sprich also mit deinen Freunden, deiner Familie oder mit hilfreichen Supportsystemen wie Facebook-Gruppen, Selbsthilfegruppen oä. Es kann gut tun, sich hier auszutauschen und die Last auf mehreren Schultern zu verteilen. Du wirst merken, dass du mit deinen Sorgen nicht allein bist und ihr könnt euch gegenseitig aufmuntern. Geteiltes Leid ist damit halbes Leid.

Solltest du niemanden zum Reden haben, oder sich deine Ängste übermächtig anfühlen, kannst du dich auch an das Sorgentelefon (Tel 0800.1110111) wenden. Hier bekommst du professionelle Hilfe und ein offenes Ohr.

4. Bleibe ruhig und triff keine voreiligen Entscheidungen

Die Gefühle, die Krisen in uns auslösen, können dabei manchmal so überwältigend sein, dass wir sofort handeln wollen. Das kann aber wiederum zu Fehlentscheidungen führen.

So könnte es passieren, dass man aus Angst vor einem Krieg in Deutschland all sein Geld zusammen rafft und es sofort in ein Haus auf Hawaii investiert, obwohl der Lebensmittelpunkt ja hier ist und es eigentlich auch bleiben soll. Sobald man dann wieder zur Ruhe gekommen ist, würde man diesen Kauf bereuen, weil man a) kein Geld mehr hat und b) ja gar nicht wirklich weg möchte aus Deutschland. Man hat sich dann damit aus irrationaler Angst in eine komplizierte Situation manövriert.

Genau so ein Fehler wäre es zum Beispiel, plötzlich all sein Geld aus Aktien/ETFs heraus zu ziehen, wenn diese gerade (wie bei Kriegsbeginn) fallen, aus Angst vor Verlustgeschäften. Denn die Krux an Aktien ist, dass man genau damit dann Verluste macht. Man sollte niemals in Krisen aussteigen (außer man benötigt das Geld wirklich dringend, weil man beispielsweise einen persönlichen Notfall hat – dann wäre das sicher was anderes), sondern abwarten, bis die Kurse wieder steigen – denn das werden sie irgendwann. Verlässt man sich also auf den ersten Impuls und auf seine Ängste, führt das zu Verlustgeschäften.

Im Zweifel führt es dann einfach „nur“ dazu, dass man auf 30 Litern Sonnenblumenöl sitzt, obwohl man eigentlich nie Sonnenblumenöl genutzt hat, weil man viel lieber Olivenöl zum kochen nimmt.

Ja, unsere Gefühle sind ernst zu nehmen. Aber gleichzeitig können sie zu Beginn auch so intensiv sein, dass sie uns zu irrationalen Taten verführen. Deshalb: kümmere dich erstmal um deine Emotionen und darum, wieder ruhiger zu werden. Danach kannst du dich dann daran machen, Lösungen zu erarbeiten. Dem Bauchgefühl zu folgen ist gut. Der Angst zu folgen, eher nicht.

5. Versuche die Situation von außen zu betrachten

Um sich nicht von seinen Emotionen überwältigen zu lassen ist es deshalb unabdingbar, die Situation so objektiv wie möglich und damit von außen zu betrachten. Denn eine rein subjektive Betrachtungsweise führt oft dazu, dass wir eine Lösung nicht erkennen können.

Hier kann es schon helfen, Abstand zu der Situation zu gewinnen, in dem man sich ablenkt, vielleicht sogar in eine räumliche Trennung geht (zum Beispiel in den Urlaub oder zu der Familie zu fahren).

Manchmal hilft es schon, wenn wir unsere Gedanken und Befürchtungen aufs Papier bringen. Und dann im nächsten Schritt auch jegliche erdenkliche Lösungen, egal wie leicht umzusetzen sie uns erscheinen. Es geht hier erstmal nur um das brain stormen, das sammeln von Ideen, Gefühlen und möglichen Lösungen. Auch die gute alte Pro-und-Contra-Liste kann hier möglicherweise hilfreich sein.

Später kannst du die Liste dann ausdünnen und schauen, welche Optionen am besten und am realistischsten sind. Aber Anfang darf alles mit rein, egal wie unrealistisch es dir erscheinen mag. Denn manchmal wird auch das Unmögliche möglich. Außerdem hilft es sich klar zu machen, dass es im Notfall viele Lösungen gibt und die Situation gar nicht so ausweglos ist, wie sie erscheint.

Auch kann es helfen, mit anderen Menschen zu sprechen, die nicht so sehr in die Situation eingebunden sind. Sie können dir den Blick von außen gewähren, zu dem du vielleicht noch nicht in der Lage bist. Manchmal hilft es auch, wenn man mit ganz fremden Menschen spricht, zum Beispiel in einem Forum, einer Selbsthilfegruppe oder dem Seelsorgetelefon.

Hilfreich ist es hierbei immer, so positiv und lösungsorientiert wie möglich an die Situation heran zu gehen. Dabei kannst du zum einen schauen, was du tun kannst, um etwas an deiner Situation zu verändern. Zum anderen kann es aber auch hilfreich sein zu schauen, welche Vorteile eine negative Situation auch für dich mit sich bringen kann. Denn viele negative Situationen haben auch ihr Gutes, auch wenn es uns in der Situation selbst oftmals nicht leicht fällt, das Gute zu entdecken.

So kann eine Erkrankung vielleicht dazu führen, dass wir unser komplettes Leben umkrempeln und endlich auch einmal für uns selbst sorgen. Das macht die Erkrankung an sich natürlich nicht gut, aber sie kann auch positive Aspekte beinhalten. Und das ist mit den meisten Krisen so. Durch Krisen wachsen wir und entwickeln wir uns weiter. Und manchmal erwächst ganz tolles aus ihnen.

Deshalb versuche dich weniger auf die negativen Aspekte zu konzentrieren, sondern vielmehr auf Lösungen und die positiven Aspekte. Diese Art Dinge zu sehen lässt Krisen leichter überstehen, als wenn wir uns immer auf das schlechte konzentrieren und so die Lösungssuche unbewusst blockieren.

Und so können wir jede Krise in unserem Leben analytisch betrachten, um einer Lösung näher zu kommen.

6. Konsumiere Nachrichten mit Bedacht

Ein weiterer wichtiger Punkt, insbesondere bei so großen Krisen wie Corona oder der Ukraine-Krieg ist der richtige Umgang mit Nachrichten. Sich zu aktuellen Geschehnissen zu informieren ist super und auch wichtig. Aber Fakt ist: wir können im Moment nichts tun, um die Situation zu verändern (damit meine ich den Krieg zu stoppen oä. – hilfreich sein können wir natürlich auf eine andere Art, dazu komme ich aber gleich noch). Wir haben keinen Einfluss darauf, was da gerade passiert. Sich also den ganzen Tag mit schlimmen Nachrichten über Krieg, Verletzungen, Flucht usw. auseinander zu setzen, löst immer wieder schlechte Gefühle bei dir aus, ohne dass du etwas an der Grundsituation ändern kannst.

Und das wiederum wird deine Ängste und Sorgen nur verstärken. Ein sorgenloses Leben ist dir so kaum möglich.

Deshalb versuche den Konsum auf ein Minimum zu beschränken und dich mehr auf das zu konzentrieren, wo du einen Unterschied machen kannst. In deinem Leben und deinem Dunstkreis.

7. Hilf anderen und du hilfst auch dir selbst

Trotzdem kann es sein, dass man sich manchmal ohnmächtig fühlt, bei all dem Leid und der Hilflosigkeit anderer. Diesem Ohnmachtsgefühl kannst du auch entgegen treten, in dem du aktiv wirst und schaust, wo und wie du anderen Menschen mit deinen Möglichkeiten helfen kannst.

Diese Hilfe sieht man im Moment ganz stark, was ich sehr schön finde. Sei es nun, in dem Flüchtlinge aufgenommen werden, Tieren geholfen wird oder Geld gespendet wird. Die Menschen sind laut und hilfsbereit und das ist sehr schön zu sehen.

Auch das wahr zu nehmen kann einem helfen zu sehen, dass die Welt nicht nur schrecklich und voller Gewalt ist. Sie ist auch gleichzeitig voll von Liebe und Hilfsbereitschaft.

Und dieses Wissen kann helfen, den eigenen Ängsten entgegen zu wirken. Vertraue darauf, dass auch du einmal Hilfe bekommen wirst, wenn du in Not geraten solltest.

Wenn du nun anderen hilfst, wirst du dich der Krise nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert fühlen, sondern das Gefühl bekommen auch handlungsfähig zu sein. Du wirst merken, dass du etwas bewirken kannst – also deine eigene Selbstwirksamkeit spüren. Das bedeutet damit auch, dass du nicht nur in der Lage bist, anderen in der Krise zu helfen, sondern dass du dir auch selbst wirst helfen können, wenn du in eine Krisenlage kommen wirst. Und wo du dir nicht selbst helfen kannst, wird es dann sicher ebenso Leute wie dich geben, die dich dann unterstützen werden.

Außerdem macht es nachweislich glücklich, anderen zu helfen (wie ich zB im Artikel zu Corona schon schrieb). Das kann dein Ohnmachtsgefühl, deine Ängste und deine Schwermut vermindern. Du tust damit anderen etwas Gutes und hilfst auch gleichzeitig dir selbst. Eine win-win-Situation für alle.

8. Information ist King

Um rationale Entscheidungen treffen zu können und sich selbst mehr emotionale Sicherheit zu verschaffen, ist es auch wichtig sich informiert zu halten.

So würde das bedeuten, um beim Beispiel von oben zu bleiben, sich vor dem Aktienverkauf (am besten vor Kauf!), zu informieren, wie man in so einer Krisensituation am besten vorgeht, anstatt übereilt auf den „zu verkaufen“-Button zu klicken. So würde man lernen, dass man Aktien/ETFs immer auf lange Sicht kauft und man sie niemals in Krisenzeiten bzw. bei niedrigen Kursen abstoßen sollte (außer man benötigt das Geld wirklich in dem Moment flüssig oä).

Im Gegenteil kann es sinnvoll sein, bei niedrigen Kursen noch dazu zu kaufen. Denn der Markt wird sich irgendwann erholen. Die Frage ist nur wann – und deshalb investiert man auf lange Sicht, so dass es einem nicht Bauchschmerzen machen muss, wenn die Kurse mal fallen. Sich hier umfassend zu informieren (am besten vor der Krise, aber spätestens dann während der Krise), bewahrt vor Verlustgeschäften und vor Ängsten. Denn wer weiß, wie der Hase läuft, muss auch keine Angst vor Krisen haben.

Und dieses Beispiel lässt sich auf sehr vieles übertragen.

Schauen wir uns nun die Angst vor Krieg an, kann es sinnvoll sein, sich einen Plan zu überlegen, was man in so einer Krise tun würde. Das kann zum einen bedeuten, wie vom Bund empfohlen, genug Vorräte anzulegen. Aber ebenso könnte es bedeuten, sich einen Notfallrucksack für eine potentielle Flucht bereit zu legen, genug Medikamente da zu haben, sich zu überlegen, wohin man in welcher Krise gehen würde usw.

Könnte unser Lebensstandort potentiell von Flutwassern betroffen sein, weil wir zum Beispiel in einem Tal leben, dann können wir hier Vorsorge tragen, um im Notfall entsprechend gut und schnell reagieren zu können.

Wenn wir uns auch für solche potentiellen Krisen vorbereiten, gibt uns dass das Gefühl, dass wir einen Plan haben und einer Krise nicht schutz- und planlos ausgeliefert wären. Und das wiederum gibt uns mehr Sicherheit. Auch fühlen wir uns so handlungsfähiger und müssen weniger Angst haben, sollte der Tag X tatsächlich mal kommen.

Dazu gehört auch, dich mit Fakten und Hintergründen zu befassen

Wichtig ist hierfür auch, sich nicht nur von den Medien aufschrecken zu lassen, sondern zu versuchen, auch die Hintergründe von Dingen zu verstehen.

Nehmen wir hier mal die momentane Unterversorgung von Lebensmitteln wie derzeit das Sonnenblumenöl, Mehl, Klopapier usw. entsteht Verknappung in solchen Fällen meist erst dadurch, dass gehamstert wird. Ansonsten wäre es zu gar keinem solchen Mangel gekommen. Schaut man dann mal in andere Länder, wird man feststellen, dass es da gar keinen Mangel an Sonnenblumenöl gibt. Denn dort wird trotzdem mit mehr Bedacht eingekauft.

Letztendlich tragen hier natürlich auch die Medien ihren Anteil. Würde hier nicht ständig berichtet werden, das vielleicht bald nichts mehr da ist, würde nicht auch noch der letzte denken „Mist, jetzt muss ich wohl auch noch irgendwo schnell ein paar Packen Klopapier besorgen.“.

Die Krux ist dabei: Steht man dann einmal vor leeren Regalen, führt das natürlich dazu, dass ein Gefühl von Mangel entsteht. Welches dann dazu führt, dass auch noch der letzte etwas für sich hamstern möchte. Damit kommt es also zur klassischen sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Dabei würde es ja völlig reichen, wenn man jede Woche beim Wocheneinkauf 1 Nudelpackung mehr kaufen würde, als man braucht. So stockt man seine Vorräte auch auf, ohne dass man den anderen übermäßig viel weg kauft. Natürlich macht es sich bemerkbar, wenn da 20 Leute in einen Supermarkt gehen und alle 20 Packungen Mehl oder Sonnenblumenöl kaufen.

Auch hier ist es also wichtig, sich solche Dynamiken bewusst zu machen. Würde das jeder von uns tun, dann käme es gar nicht erst zu solchen Hamsterkäufen und damit auch zu weniger Verknappung und leeren Regalen. 

Auch hier ist also gute Planung von Vorteil, um der ganzen Krise mit mehr Gelassenheit begegnen zu können.

Wir können nicht alles kontrollieren

Natürlich können wir dabei nicht für jede erdenkliche Situation perfekt gerüstet sein.

Auch hier spielt Akzeptanz wieder eine Rolle: wir müssen akzeptieren, dass wir uns nicht auf jede erdenkliche Situation vorbereiten können. Wir müssen akzeptieren lernen, dass wir nicht alles kontrollieren können. Aber wir dürfen gleichzeitig erkennen, dass wir sehr handlungsfähig sind und uns auch in Krisensituationen etwas einfallen wird.

Ein Grundkonzept zu haben, das sich auf andere Situationen übertragen lässt, wird uns also Sicherheit vermitteln und uns besser schlafen lassen. So steuern wir dem Ohnmachtsgefühl entgegen.

Auch Informationen sollten bewusst konsumiert werden

Wichtig ist hierbei jedoch, bewusst Informationen zu konsumieren und zu versuchen, uns nicht zu sehr von der Angst leiten zu lassen. Denn sonst kann es passieren, dass wir uns zu sehr hinein steigern und am Ende nicht nur einen Notfallplan haben, sondern auch noch einen eigenen Luftschutzbunker kaufen wollen, obwohl wir dafür eigentlich kein Geld haben – und damit wieder bei irrationalen Entscheidungen enden.

Es ist gut, sich seinen Plan zu machen und sich vorzubereiten. Doch sobald wir uns ausreichend damit beschäftigt haben, ist es auch gut, das Thema wieder ruhen zu lassen. Wir wissen dann, dass wir alles getan haben, was uns in dem Moment möglich war. Sich jetzt noch mehr damit zu beschäftigen, würde nur unsere Ängste nähren und hätte keinen Mehrgewinn mehr. Ab diesem Punkt ist es wichtig, sich wieder mehr auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und das beste Leben zu leben, was dir möglich ist.

9. Es darf dir gut gehen, auch wenn es anderen schlecht geht

Denn auch wenn es anderen schlecht geht, darf es dir trotzdem gut gehen. Die traurige Wahrheit ist, dass es immer Menschen geben wird, denen es schlecht geht. Wenn wir da jedes Mal so sehr mitleiden, dass es uns selbst dadurch schlecht geht, wird das Leid auf der Welt niemals mehr enden.

Das bedeutet natürlich nicht, nun kalt und ignorant zu werden. Aber wenn jeder auf sich und seine Nächsten achtet, dann ist schon vielen Menschen geholfen. Du kannst mitfühlend sein und anderen helfen und trotzdem in deinem Alltag glücklich über die schönen Dinge in deinem Leben sein. Wie schwarz und weiß gehören auch Leid und Freude leider zusammen.

Außerdem: was hätten denn die Leute, denen es schlecht geht davon, wenn es dir nun auch noch schlecht geht? Das hilft weder ihnen noch dir selbst.

10. Besinne dich auf das was schön ist  und sei gut zu dir selbst

Deshalb ist einer der wichtigsten Ratschläge: Besinne dich auf das, was schön in deinem Leben ist. Sei es das Vogelgezwitscher oder eine Blume am Wegesrand. Der erste Kaffee am Morgen oder ein schönes Buch, dass dir Freude macht. Freue dich über die lieben Menschen und Tiere in deinem Leben. Und vergiss nicht, wofür du alles dankbar sein kannst

Gerade in Krisen fällt es uns besonders schwer auch die guten Dinge zu sehen. Dabei haben wir meist viele Dinge, die gut laufen und die schön sind, auch wenn wir in einem Bereich unseres Lebens eine Krise durchlaufen.

Sich das bewusst zu machen, kann helfen, die Probleme in einem anderen Licht zu sehen. Hierfür kann es helfen, ein Dankbarkeitstagebuch oder auch Memory-Glas zu führen, so dass du dir täglich bewusst machst, was es alles an Gutem in deinem Leben gibt.

Wenn dein Kühlschrank und dein Kleiderschrank voll sind, bist du reicher als 75% aller Menschen... Quelle: healthyfeelings.de erstellt mit canva.com
Wenn dein Kühlschrank und dein Kleiderschrank voll sind, bist du reicher als 75% aller Menschen… Quelle: healthyfeelings.de erstellt mit canva.com

Lass die Freude und die Liebe in dein Herz. Denn sie sind die stärksten Kräfte auf dieser Welt.

Ja, es mag pathetisch klingen, aber es ist die Wahrheit. Wir können leider nicht alles beeinflussen und haben leider nicht die Macht, alles Böse aus dieser Welt zu vertreiben. Aber wir können uns auf das Gute Besinnen und Gutes verbreiten. Damit erreichen wir schon sehr viel.

Deshalb hilf dir im ersten Schritt selbst, indem du dir Gutes tust. Schlafe ausreichend, ernähre dich bewusst (wobei auch comfy-Food seinen Platz darin haben darf) und baue genug Bewegung in deinen Alltag ein. Körperliche Ertüchtigung erhöht nämlich das Serotonin, also deine Glückshormone und tut dir damit folglich sehr gut.

Auch ist es hilfreich, dich bewusst zu entspannen. Zum Beispiel mit Meditation, Yoga, autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung. Bei Youtube oder google im Allgemeinen findest du gute Anleitungen, um diese Art der Entspannungsübungen kennen zu lernen. Entsprechende Atemübungen können dir auch dann helfen, wenn du das Gefühl hast, dass dich die Angst überwältigt.

Ein gemütlicher Spaziergang in der Natur, ein Entspannungsbad, ein Ausflug in die Sauna oder eine Massage können ebenfalls wahre Entspannungs-Wunder bewirken.

Gönne dir im Allgemeinen viel Gutes, sei es nun in Form von deinem Lieblingseisbecher, deinem Lieblingsfilm, einem guten Buch, einem langen Spaziergang oder was auch immer bei dir Freude-Momente auslöst.

Sorge dafür, dass du dich gut fühlst. Dann können dir solche Krisen weniger anhaben.

Fazit

Wie du siehst, bist du Krisensituationen nicht hilflos ausgesetzt. Du bist eine handlungsfähige Person, die in der Lage ist, jede Krise anzunehmen, anzugehen und zu meistern. 

Wie gehst du mit der aktuellen Krise um? Hast du Tipps, was noch hilfreich sein könnte? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen 🙂

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